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2 (1838)
Entstehung
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Geschmack veralteter Zeit und daher ziemlich geschmacklos. Ist derGottesdienst vollbracht, werden die Entferntwohnenden von denFamilien der benachbarten Höfe unentgeldlich bewirthet, so wiediese ein anderesmal von jenen brüderlich eingeladen werden.

Reinlich, doch schmucklos, wie die bescheidnen Wohuungeu, sind^ihre Geräthschaften und Kleidungen. Wie jedoch jede der Kirchpar-th.ien in der christlichen Welt, hat auch die anabaptische ihre frommeNebengrille und Eigenheit. Daß verheurathete Männer noch ihrenBart, der Mannheit Ehrenzeichen, wachsen lassen, wäre nicht übel,wenn nur die Tracht dazu so mittelalterisch oder so orientalisch undalttestamentlich wäre, wie der Name ihrer schönen Töchter. Aberder graue, kurze Rock, die kurzen Hosen und die über das Kniegezognen Strümpfe, stehen zur Majestät des Bartes unharmonisch.Auch Knöpfe sind von den Kleidern verbannt; sie werden durchNestel und Haften ersetzt. Eben so einfach erscheint das weiblicheGeschlecht. Kein Gold, kein Sammet, keine Seide. Nicht einmalein buntes oder hellfarbiges Seidenband darf den Strohhut desMadchens umflattern. Aber ein Mädchen weiß trotz dem immer,rm Punkt des Schönen, Mittel und Wege zu finden, ohne dadurchdie Religion in Gefahr zu bringen. Man muß nur sehen, wie kekdiese schlanken, blühenden Gebirgsbewohnerinnen den Hut zu setzenwissen, und wie die zarten Schleifen von Strohgeftecht, und dievon Stroh geformten Blumen darumschweben und nicken. Und dochdas Alles so bescheiden!

Die Pierre Pertuis hat mich nun einmal in den bernischen Juraeingeführt. Man kennt ihn auswärts, ja selbst in der Schweiz, zuwenig. Drum will ich noch Einiges von ihm erzählen.

Wer Liebhaber der romantischen Jahrhunderte und der Ritter-welr ist, trete von Basel her in dies altbischöftich-baselsche Landein, und nehme seinen Zug durch das Thal von Laufen, genDelsperg (Delemont) und Pruntrut (Porentruy). Es wirdihm scheinen, er wandle in einem Roman; er hab sich aus seinemZeitalter verirrt und athme in den Tagen des Faustrechts, dervwigen Fehden und geharnischten Raubhelden. Selbst wer den Rheinentlang, an dessen wechselreichen Ufern, die Menge der Ruinendes Mittelalters sah, wird hier von ganz andern Scenen, voneinem wahren Gedränge alterthümlicher, noch bewohnter oder zer-fallener Burgen, überrascht, mir denen das Land übersäet ist. Man