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2 (1838)
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ebenso aus seiner Mitte den kleinen Rath, als höchste vollziehendeGewalt, zn besetzen. Die Bürgerschaft fügte sich zufrieden. Siebrachte den Talenten und Tugenden ihrer Vorsteher den Tributunbedingten Vertrauens. Auch schien sie die Verwandlung von deninnern Verhaltnissen der Staatseinrichtung kaum wahrzunehmen,so vorsichtig, so leise, Stück um Stück, gestaltete sich das Ganzeim Laufe von zweihundert Jahren, um. Es blieb unbekannt, zuwelcher Zeit diese oder jene Neuerung begann? Zuletzt, als man,unter weiser Verwaltung, den Verlust der politischen Freiheitgewohnt geworden war, glaubte man in vollem Ernst, es seyvon den ältesten Zeiten her nie anders gewesen. Und die Regie-renden betheuerten es den Negierten.

Im achtzehnten Jahrhundert war diese Aristokratie aber schonzur vollendetsten Oligarchie ausgebildet. Zwar hießen noch alleältere Bürgergeschlechter (die es vor 1635 gewesen waren) regi-mentsfähig; aber nur eine kleine Zahl (im Jahr 1785 nurnoch 69) derselben blieb wirklich die regierende. Diese Regie-renden oder Patrizier im großen und kleinen Rath ergänzten sichund besetzten alle einträglichern, angesehenern Stellen aus ihreneignen Familien. So häufte sich bei ihnen alles Ansehn, allerEinfluß, aller Reichthum. Man zählte über tausend bürgerlicheAemter. Die siebenundsechzig verschiednen Statthalterschaften oderLandvogteien trugen ihren Inhabern jährlich allein schon bei 760,000Franken ein. Den Söhnen der Patrizier sielen die obern Offizier-stellen der Schweizer - Regimenter in auswärtigen Diensten zu.Geringere Stellen überließ man den übrigen Bürgern, welchenur Gewerbe, Handel und Handwerke trieben. Zu ihren Gunstenbeschränkte man die Aufnahme neuer Bürger. Hingegen das Recht,ewige Einwohner von Bern zu werden und Gewerbe jeder Art zutreiben, ward leichter gestattet, damit die Bevölkerung der Haupt-stadt nicht mit dem Aussterben der bürgerlichen Familien allzuschwach werde. Doch diese ewigen Einwohner, wie alle Einwohnerdes Landes, in Städten und Dörfern, waren und blieben Unter-thanen der Stadt Bern, oder vielmehr der patrizischen Familienzu Bern.

Die Begierden des Eigennutzes und Stolzes hatten die Oli-garchie geschaffen. Sie konnte sich mir durch Gerechtigkeit, Mäßi-gung und ftaaskluge Leitung der öffentlichen Geschäfte behaupten.Sie hatte nichts zu fürchten, als ihr eignes inneres Verderbniß,und anderseits ein Uebergewicht der Talente, Einsichten und Reich-thümer in den Familien der Unterthanen. Das innere Verderben

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