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riß bald unaufhaltbar ein, als die patrizische Jugend, ihrer künf-tigen Versorgungen und Ehren, kraft der Geburt, versichert,sich lieber müßigem Wohlleben, als dem Ernst der Wissenschaftenhingab; als nun nicht dem Würdigsten immer das Amt ertheiltward, sondern dem, welchem die Einflußreichsten gewogen waren;als gegenseitige Eisersucht die Patrizier unter einander selbst trennteund ihr Stolz die Ueberlegenheit irgend eines Talentes in ihrereignen Mitte fürchtete. Der große Albrecht von Haller mußteerst die Bewunderung des ganzen Welttheils, die Beweise derHochachtung von Kaisern und Königen gewonnen haben, eh' manihn in den großen Rath von Bern aufnahm, der, ohne eigneEntwürdigung, ihn nicht länger zurücksetzen konnte.
Der Unterthanen ehrgeiziges Aufstreben gegen die Oligarchiezu lahmen, wurde vor Allem Viehzucht und Landban befördert,welche blos mäßigen Wohlstand gewähren können. Schnell berei-cherndes Großgewerb und Fabrikwesen ward hingegen ungern ge-sehn und ohne Gunst gelassen. Man baute Knnstftraßen durch denKanton, aber nicht sowohl zur Erleichterung des Handels undVerkehrs, als zur Bequemlichkeit nud Zierde der Hauptstadt, vonder sie ausgingen, ohne die oft nah gelegnen, gewerblnstigenMnnizipalstädte zu berühren. Man legte die Ersparnisse der öffent-lichen Einkünfte nicht im Lande zur Vermehrung des allgemeinenWohlseyns und Nationalvermögens an, sondern in die BankenEnglands, oder als todtes Kapital dem Umlauf entzogen, in dieeignen Schatzkammern. Die Volksschulen blieben verwahrlost;Bildung und Kenntnisse der Unterthanen fanden weder Ermun-terung noch einen Wirkungskreis. Nur die Jugend der Patrizierund Bürger der Hauptstadt sah sich mit zweckmäßigen Lehranstaltenbedacht, zu welchen auch Jünglinge von Mnnizipalstädten Zutritterhielten, die sich dem Prediger- oder Lehramt widmen durften.Mau scheute die Freiheit der Presse in der Gewalt der Gebildeter«,Waffen und Kriegsgewandtheit bei den Unterthauen, selbst Theil-nahme der Bürger von Bern an jenen patriotischen Verbindungenund Gesellschaften, welche andre Eidsgenossen zur Bewahrung freienSchweizersinns unter sich gestiftet hatten.
Diese und andre Knnstmittel, welche man in allen Aristokratienwiederfindet, waren zu ohnmächtig, neben dem Wachsthum der in-nern Gebrechen der Oligarchie , das Wachsthum jener allgemeinenBildung im Volke zu verhindern, welche das Zeitalter herbeiführte.Wenn es auch gelang, inmitten der Bürgerschaft von Bern dieBitte Mehrerer zur Wiederherstellung der alten Rechte gegen das