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sich die weitläuftigen Gebäude wieder mit Mönchen ans dem Ordender Trappisten, die Frankreich verlassen hatten, und auchhier nur sieben Jahre lang Zuflucht fanden. Denn beim Ausbruchder schweizerischen Revolution zogen sie sich bis in die EinödenRußlands zurück; kamen jedoch, sobald der erste Consul Bona-parte die Ruhe hergestellt hatte, wieder in ihr „heiliges Thal"heim. Man kennt die herbe Regel dieses Ordens, dessen Gliederin stummer Weltentsagung, in elfstündigen Gebeten und Gesängen,bei kärglicher Nahrung, harter Feldarbeit, nur Buße und Tod,unter ihrem „Memento-Mori-Gruß" denken sollen. Indessen hin-derte das Alles doch den Pater Auguftin, Abt von Val Sainte,nicht, der feinste Weltmann zu seyn, und sogar für einen SpionBonaparte's gehalten zu werden.
Marschall Ney, damals Großbotschafter Frankreichs in derSchweiz, hatte mit diesem geheimnisvollen Büßer ein Begegnißeigner Art. Dem Marschall war nämlich einer seiner Grenadiereentlaufen, der inner den heiligen Mauern des Val Sainte Zufluchtgefunden hatte. Ney beschied den Abt vor sich und stellte ihn zurRede. Pater Augustin ließ sich durch den General nicht ein-schüchtern, der in der Hitze des Wortwechsels aufsprang und schrie:„Unverschämter Mensch, ich lasse Sie zur Thür hinauswerfen!"Der Abt, mit unerschütterlicher Ruhe, verbeugte sich tief undsagte: „In dem Fall zieh' ich mich zurück, um Ihnen die Schandezu ersparen." Und er ging. — Doch acht oder zehn Tage nach diesemAuftritt befand sich der Marschall eben beim Landammamid'Affry in Freiburg, als ein französischer Courier mit Depeschenvon Bonaparte für den Großbotschafter ankam. Dieser bat umErlaubniß, einen Blick hineinzuwerfen und hatte es kaum gethan,als er in Helles Lachen ausbrach. „General, sagte der Landam-mann: Sie haben ohne Zweifel angenehme Nachrichten ausParis? — „Ja", antwortete der Marschall: „Sie wissen, ich hatteneulich da mit dem Pfaffen von Val Sainte eine Geschichte; jetztzieht mir die vom ersten Consul einen derben Wischer zu. Weißder Teufel, was dahinter steckt!"
Der hochwürdige Abt, der auch mit der Regierung zu Freiburgvon Jahr zu Jahr Händel hatte, besaß Vermögen genug, dieGrundstücke seines Klosters beträchtlich auszudehnen; sogar in seinerNachbarschaft ein Kloster von Trappistinnen anzulegen, denener feine Schwester zur Vorsteherin gab; und sich endlich mit einerColonie von geistlichen Brüdern und Zöglingen zu umringen, derenZahl über 199 betrug, ungerechnet die erwähnten 48 geistlichen