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2 (1838)
Entstehung
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die engen Gitterfenster in die gewölbten Hallen, oder in die weiten,von steinernen, drei Schuh hohen Bänken umfaßten, Säle herein,um etwa noch ein ungeheures Kamin zu beleuchten, worin einganzer Ochs Platz fand, gebraten zu werden, während der Rauchder brennenden Holzscheiter mühsam durch den thurmartigen Schorn-stein in die Höhe stieg. Ein bekannter, geistvoller Schriftsteller,Hr. Franz Kuenlin von Freiburg, hat sich durch vaterländischeVorliebe bewegen lassen, die Geschichte der Grafen von Gruyerezu erzählen. Mir scheint darin nichts merkwürdiger, als daß derletzte der Dynasten, im sechzehnten Jahrhundert, schuldenhalber seinHabe verlassen und in der Fremde sterben mußte, er, dessen van-dalische Altvordern weit umher im Gebirg herrschten, auch imCharmey- Thale und dessen Alpen, welche die gepriesenen feinenGruyere-Käse noch heut zu den Tafeln europäischer und amerikani-scher Gaumseligen senden.

Nicht wegen seiner Käse allein, oder wegen seiner herrlichenAlpen allein, verdient das erwähnte abgelegene lieblich-wilde Char-methal gesehn zu werden. Es verbirgt manche andre Merkwürdig-keit. Hier leben noch wunderbare Sagen der Vorwelt; hier nochTöne und Worte im Munde des Volks, die celtischer oder van-dalischen Ursprungs seyn mögen und in andern Sprachen längstausgestorben sind; hier noch Bräuche, die man nirgends sonst kennt.Entstand sonst unter der faustfertigen Jugend des Landes, aus derman vorzugsweis gern die durch ihre treuen Herzen und durstigenKehlen wohlbekanntenHundert-Schweizer" des allerchriftlichstenKönigs recrutirte, Schlägerei an einem öffentlichen Orte, so stelltesich der Friede plötzlich her, wenn einer der Zuschauer sein Messerin die Wand oder in die niedrige Zimmerdecke stieß, und, mit derHand am Griff, rief:Im Namen Gottes und der gnädigenHerrn und Obern gebiet' ich Frieden! Das Messer war vorzeitendas Sinnbild des freien Mannes, welches der Lehnsherr dem Leib-eignen gab, wenn er ihn freisprach. Seiner Aufforderung mußteman gehorchen.

Die alte Karthause Valsainte, aus dem dreizehnten Jahr-hundert, liegt, wenige Stunden von da, im entgegengesetzten Thal,in melancholischer Einsamkeit des Gebirgs, am nördlichen Fuß desprächtigen Moleson, der das Kreuz seines Gipfels 6189 F. ü. M.erhebt. Zwar hob Pius VI die Karthause 1778 auf, und dieMönche zogen aus, unter des Volks, besonders der Weiber, lautemWehklagen, wovon, wie der Abt vom Hauterive meldet, Felsenund Wälder wiederhallten. Aber schon im Jahr 1791 bevölkerten