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2 (1838)
Entstehung
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Kirchen; sie befestigte Burgen;" sagt der, auf ihrem, erst imJahr 1817, nach vielen Jahrhunderten wieder entdeckten Grabe,liegende Marmorstein:sie baute das Land und nährte die Armen."Noch lebt ihr Name im Gedächtniß des Volks und im Sprüch-wort: "Zur Zeit, da Königin Bertha spann!" Denn, mit demGlück ihres Landes beschäftigt, reisete sie umher, zu Pferd, AlleSmit eignen Augen zu schauen und, unterwegs, nach einfacherSitte des Zeitalters, spann sie Flachs und Hanf mit ihren Be-gleiterinnen. Noch zeigt man zu Payerne oder Peterlingen, Bertha'sSattel und das Loch darin, wohinein sie ihren Spinnrocken steckte.Mit dem Leben ihres unwürdigen Enkels verging das Leben deskleinburgundischen Königreichs; es lösete sich auf ins heilige römi-sche Reich, bis auch dieses in der Anarchie des Mittelalters zer-fiel und die Waadt großentheils der Herzoge von Savoyen Gutward. Unter der milden Herrschaft derselben blühte jedoch dasschöne Land fast dreihundert Jahre lang, reich an Freiheiten undPrivilegien. Bündnisse nnd Friedensschlüsse, Abgaben und Auf-gebot des Kriegsvolkes geschahen nicht ohne Einwilligung der ver-sammelten Landstände. Aber diese Freiheiten, welche den Fürsteneinen langen Zeitraum hindurch heüig geblieben waren, gingenunter der stolzen Eifersucht des republikanischen Berns zu Grunde,als diese Stadt (im I. 1536) den savoyischen Herzogen, mit denWaffen in der Faust, das Land entrissen hatte. Früher schon wardie Königsburg von Orbe durch die Berner im burgundischenKriege zerstört. Ihre Trümmer werden noch gesehn, und daneben,auf der erhabnen, breiten Fläche des Schloßhügels, die beideneinsamen Thürme, entfernt von einander stehend, und von wun-derlicher Bauart des Alterthums. Sie geben dem heutigen Lust-platz droben, mit seinen Schattengängen und weiten Aussichten,einen fremdartigen, feierlich-ernsten Geist, der dem Wandrervielleicht aus keiner andern Ruine im Schweizerlande so ergreifendentgegen tritt. Drittehalbhundert Jahre blieb die Waadt unterBerns Hoheit und Gewalt. Alljährlich flössen von hier 1,266,666Franken in die Hauptstadt, welche davon nur 24,666 zum öffent-lichen Unterricht, oder zwei Fünftel zu den Kosten des Bau 'Sund der Unterhaltung von Straßen, welche nach Bern führten,dem Lande zurückgab. Das Jahr 1798 endete die Zeiten derlangen Unterthanenschaft. Der Kanton Waadt kaufte sich mit einemAufwand von achtehalb Millionen Franken vom Druck der Feudal-laften und fremden Herrschaft los.