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Nun steht der junge Freistaat, einer der glücklichsten undwohlgeordnetsten, im Kreise der Eidsgenossen. Zum Schutz seinerUnabhängigkeit sind 30,000 Bürger unter Waffen bereit. WeiseVerwaltung, strenge Gerechtigkeitspflege, vorzügliche öffentlicheEinrichtungen sichern Freiheit, Frieden und Wohlstand des Volks.
2. Veva^
Das alte Vibiscum in Antonia's Jtinerarium, an derStraße der Römerlegionen nach Italien gelegen, das Vivesiumdes Mittelalters, (heut noch von der deutschen Schweiz Vivisgeheißen) ist gegenwärtig eine der niedlichsten, gefälligsten Städtedes Waatlandes. In nachläßiger Schönheit streckt sie sich am Fußdes Jorat, am Rande des Sees, mit ihren mehr als vier-hundert meist zierlichen Wohngebäuden, Kirchen, breiten Straßen,großen öffentlichen Plätzen, Lustörtern, Gärten und Pavillons aus.Die weite Wasserfläche des Leman zieht sich hier enger zusammen,um das Gebirgsbild gegen über deutlicher sehen zu lassen in seinerganzen schwermüthigen Pracht, und seitwärts den finstern SchooAder wallisischen Riesenalpen, die da verworren durch einanderdrängen, ihre Häupter in ewigen Winter verhüllt. Nicht umsonstwählte Ro usse a n dies Paradies zur Buhne W o l m a r s undHeloisens, und ihrer Leidenschaften und Verirrungen. Hier inder Nachbarschaft Clarens, malerisch an den Felsen gelehnt,und auf der heitern Höhe, Rousseau's Pavillon; drüben am südlichenSeeufer, hoch über dessen Wellenspiel, Me i llerie, mit demdarüber ragenden schwarzen Kuppen der vonts ä'Oelie ! Dichtkunstund Natur haben diese Stellen klassischer gemacht, als es jeSchlacht - und Siegesfelder halbvergessener Eroberer durch dasHeldenblut ihrer kunft- und kriegsgerechten Schaaren von Men-schen - Schlächtern werden konnten.
Vevay, mit seiner freundlichen Bevölkerung von mehr denn4000 Seelen, giebt Alles, was eine Stadt so mäßigen Umfangsirgend zur Veranmuthigung des Lebens, durch Geselligkeit undwissenschaftliche Genüsse, neben allen Reizen der Natur, anbietenkann. Auch manche alterthümliche Denkwürdigkeit zeigt es noch demFremdling. Bekanntlich lebte hier, verbannt als Königsmörder,einer von den Richtern Karls I von England, Edmund Ludlow,vierzig Jahre lang, in seinem ihm von der Schweiz gewährten Asyl.