Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
Seite
270
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und Grabmälern;*) vielein Bürgerhäusern, statt andrer Steine,zum Mauerwerk verbraucht. Im Boden der Gärten und Felderweit umher werden noch immer von Zeit zu Zeit Bruchstücke vonSäulengesimsen, Altären, Bas-Reliefs, Statuen, auch Fußbödenvon mosaischer Arbeit, Münzen u. s. w. ausgegraben. Von denAllemannen erst, dann von Attila's Hunnen, ward Aventicumzerstört, welches früh schon christlicher Bischöfe Sitz geworden war,die sich damals nach Lausanne retteten. Jetzt ist dies WiflisburgHauptort eines waadtländischen Bezirks; ein Landftädtchen, dasnur aus einer Straße besteht und etwa tausend Einwohner zählt.

Das von Allemannen, Hunnen und andern wandernden Völ-kern verwüstete Land genas erst wieder unter der Herrschaft dermenschlichen Burigunden (oder Bourguignons) und der mervingi-schen Frankenkönige. Unter ihnen ward Orbe die Hauptstadt desLandes und mit roher Pracht verschönert. Südwärts dem Neuen-burgersee ist sie auf einem Hügel inmitten einer weiten Thal-gegend am Fuße des Jura gelegen. Hier stand die Königsburg.Hieher floh die schöne, aber im Alter grausame FrankenköniginBrunehildis zu ihrer Enkelin Theudelane, von der Rache des Adelsverfolgt. Sie ward von ihm hier ergriffen und zum märtervollenTode geschleppt. Hier zuerst verhandelten die kaiserlichen SöhneLudwigs des Milden, die Enkel Karls des Großen, über Thei-lung des weitläuftigen, großväterlichen Reiches. Hier feierte KaiserKarl der Dicke manch prachtvolles Ritterspiel, bis er alle KronenKarls des Großen verspielt hatte. Dann schuf Rudolf von Strät-lingen, mit dem Schwert in der Faust, aus dem Waadtlande,der Freigrafschaft Burgund und Savoyen, sein Königreich Klein-burgund. Auch dann noch blieb die hohe Burg von Orbe im altenGlanz. In ihrer Nachbarschaft baute zu Peterlingen die guteKönigin Bertha ein Benediktinerkloster, wo sie auch begraben seynwollte. Sie verdiente wohl den Namen der Guten.Sie baute

*) Mag auch hier noch einmal die schon oft von Andern angeführterührende Grabschrift der jungen Julia Alpinula stehn, von der LordByron sagte: "Ich kenne kein rührenders Wort des Meissels, als dieses."ckulikr ^tpiuut.-r !no gncet, intelieis patris intelix proles, ciese Xventieesacerclns. kxor-trs putriseeen, no» potui; iimls mori in KMg Miei-iM Vixi annns xxill. (Hier eines unglücklichen Vaters unglücklicheTochter, Julia Alpinula, der Göttin Aventia Priesterin, ruh' ich. DesVattrs Leben erfleh'n konnt' ich nicht. Trauriger Tod ward ihm vomSchicksal. Ich habe o? Jahr gelebt.) Der Grabstein ist nach Englandverkauft worden!