L69
Krieger, längs dem Nhein gen Gallien und Italien, überliefert.Es sind zurückgebliebne Erinnerungen vom Zuge und Kampfe derfurchtbaren Kymern und Theutischen gen Rom. Auf ihrem Wegezerstörten sie alle Besten. Sie vernahmen von der großen undmannreichen Stadt Wifilsburg. Noch steht dies Wifilsburg, heutein unbedeutendes Städtlein, südwärts dem Murtnersee. Sielagerten sich davor. Es war mehr denn hundert Jahr vor unsrerZeitrechnung. Als sie nicht eindringen konnten, schlugen sie, lehrtdie Saga, einen Wald ab, legten ihn um die Stadtmanern, zün-deten ihn an, verbrannten den Ort und wanderten weiter bis genLuna, einer alten, hetruscischen Seestadt, deren Livius einige-male gedenkt. Hier, ans dem Zuge nach Rom, begegneten sie einemGreise. Er trug eiserne Schuhe. Sie fragten ihn, wie weit esnoch sey bis Rom? Der Greis zeigte ihnen die eisernen Sohlen,sie waren abgelaufen und dünn, wie ein Mohnblatt. Da verstau-den sie, der Weg sey gar weit. Erschrocken kehrten sie um. DerGreis der Nordlandssage, war er nicht das mythische Bild vomMarius?
Am lemanischen See geschah es, daß 107 Jahre vor unsrerZeitrechnung, zum erstenmal die Helvetier den römischen Welt-eroberern begegneten, und der Kriegsmann Divico, vom Gauder Tigurer, den Consul L. Cassius schlug, und, wie die vonden Römern selbst bewahrte Sage spricht, dessen Legionen unterdas Joch gehen ließ. Ein vergeblicher Sieg. Fünfzig Jahr späterward ganz Helvetien römisch, und Wislisburg, danngeheißen (französisch jetzt ^vouelies) eine von des Landes Haupt-städten.^) Zu Wislisburg verlebte wahrscheinlich Kaiser Vessp asian,dessen Vater daselbst wohnte, die schönen Tage seiner Kindheit.Alle Lebensbeqnemlichkeiten und Ueppigkeiten des cäsarischen Romswaren hier vereint, Tempel, Säulenhallen, Bäder, Palläfte,Theater. Die Wellen des Murtnersees bespülten die Ringmauern,an deren Ueberbleibseln man noch in unsern Tagen die Eisenringesah, woran die Schiffe befestigt worden waren. Heut aber fülltdas Städtlein kaum noch den zehnten Theil vom weiten Raumdes ehmaligen Aventicums aus. Man sieht noch in den WiesenNeste der vierzehn Schuh dicken Stadtmauern und Thürme. Manfindet noch Säulenstücke, zerbrochene Capiteele, Trümmer vonAmphitheatern und Wasserleitungen, Standbildern. Inschriften
*) (üaxut llelvotloorum heißt sie Tacitus.