Druckschrift 
2 (1838)
Entstehung
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tragen ohne Zweifel nicht wenig zum Verderben einer Athmosphärebei, die mit Sumpfluft geschwängert, in Hochthälern, sonnigtenGegenden und Ebnen etwa blos Wechselfieber erzeugen würde.

Zwischen den riesenhaften Felswänden und über einander ge-lagerten Bergen erzeugt der Sommer wahrhaft italienische Hitze,worin sich eine südliche Pflanzenwelt, zwischen Kastanienwaldungenund Weinreben, aufschließt. Oft aber wird durch die aus Thal-schluchten vorstürzenden Bergwinde die Luft plötzlicher abgekühlt,als es der menschlichen Gesundheit immer zuträglich seyn mag. Merk-würdig ist dabei, daß der gewöhnliche trockne und kühle Ostwind imgroßen Rhonethal von Westen kömmt, und der Südwestwind sichvon Osten her mit seinen Regenschauern thalabwärts wälzt. Diesonderbare Erscheinung erklärt sich durch die Lage des Wallis, in-dem es sich von Nordosten nach Südwesten senkt. Morgenwärts wirdder Ostwind von den hohen Gebirgen des Gries, des Gott-hard, der Furca, Grim sel u. s. w. aufgefangen und wiederhimmelwärts geworfen, und wenn er abendwärts wieder zum Thalm'ederfährt, prallt er von jenem Gebirgswall zurück, welcher vomS t. B e ru h a rd bis zum Dentde Midi das Thal dort zuverrammeln scheint. Hingegen die Süd- und Südwestwinde ergießensich durch die Seitenthäler an den piemontesischen Gränzen undwerden von den gegenüber aufragenden Massen der Hochalpenlängs den Bernergränzen aufgefangen, dem Lauf der Rhone nach,abwärts gegen Westen hin gelenkt. Ich danke diese Beobachtung,die wenigen Reisenden bekannt ist, einem Mitgliede des wallisischenStaatsrathes, welches zugleich Arzt und Naturforscher ist.

Es wäre unrecht, im Unterwallis des Städtchens Martigni,oder Martinach, oder wenn man will des altrömischen Octodurum,zu vergessen. Es entfaltet am Fuß des St. Bernhardberges ebenso romantische Ansicht und prachtvollere Aussichten, als St. Mau-rice, besonders von der Felshöhe, auf welcher die bemooseten Trüm-mer der Burg Lab atie, oder Bastida, mit dem hohen, rundenzerfallenen Wartthurm über die Thalwelt hinschauen. Von da er-blickt man unter sich die freundlichen Wohnungen des Städtleinsund weit hinauf das lange Wallisthal, wie eine Riesengasse, derenPalläste, links und rechts, Alpen und Gletscher sind, bis zum fernenHintergrund, wo Alles im blassen Licht der Firnen verdämmert,die den St. Gotthard umringen. Man übersieht die lange Reihe vonVerwüstungen der unbändigen umherschwärmenden Rhone, undjene einzelnen, sonderbaren, in der Ebne von ihr aufgethürmtenSchuttkegel, wenn etwa einmahl da und hier herabgestürzte Lauinen