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2 (1838)
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rath" geheißen wird, jährlich zweimahl nach der Hauptstadt Sionschicken. Inzwischen ist wohl dafür gesorgt, daß das freigelassene Unter-wallis, obschon es im Besitz einer größern, gewerbigern und zumTheil gebildetem Bevölkerung ist, im Landrath nicht den Meisterspielen könne. Seine fünf Centen haben nur das Recht 30, hin-gegen die acht Centen des Oberwallis, 32 Stimmen in jenerStaatsversammlung hören zu lassen. Dies ungleiche und, wenn manwill, unbillige Verhältniß hat schon zu Zwisten und bürgerlichen Un-ruhen Anlaß gegeben. Ohnehin sind beide Landestheile von Nach-kömmlingen zwei verschiedner Völkerftämme bewohnt, ungleich inSprache, Charakter und Gesittung.

- - Denn während in der obern Hälfte des Landes die Einwohnerder Thäler deutschen Ursprung beurkunden, erscheinen die der unternals Kinder galischer oder romanischer Abkunft. Sie sprechen französisch,oder im Allgemeinen vielmehr ein wirres Welsch, welches ans Wörternso vieler Nationen zusammengeschüttet worden ist, als sich jemahlsin die Klüfte dieses Hochlandes auf Irrfahrten verloren haben mögen.Man hört da römisch und deutsch, neufranzösisch und galisch, hunnischund arabisch durcheinander klingen. Denn sowohl von den HunnenAttila's blieben hier zwischen Felsen sitzen, als im achten Jahrhundertvon den Saracenen, oder "Jsmaeliten", wie sie in Mönchschronikenheißen, zurückgeblieben seyn mögen, deren kriegerische Horden dieDörfer und Klöster ohne Unterschied damals ausplünderten. Hierwäre für Alterthums - und Sprachforscher reiche Ausbeute zumachen.

Das biderbe, ungelenke, bedächtige Wesen der deutschen Wal-liser sticht gegen das lebendigere, redseligere und gefälligere derromanischen sehr ab. Wenn die Letztern streit- und prozeßlnstigersind, als jene, ist dies wohl eine Erbkrankheit, die ihnen, eben sogut, wie den Tessinern, von ihren ehmaligen gnädigen, aber ge-winnsüchtigen Herrn und Landvögten eingeimpft worden ist.

Eine Art Nationalphysiognomie, wie man in vielen andernKantonen findet, unterscheidet man hier nicht. Die Bewohner derseitwärts aufsteigenden Hochthäler sind im Ganzen kräftiger, frischer

'") Ein neuerer Reisender gibt davon ein Pröbchen. Als er ineine Hütte des Thales Herens trat, befahl der hochbetagte Eigen-thumer derselben, einer jungen Frau, dem Fremden einen Stuhl an-zubieten, mit folgenden Worten:lVeung, treincle kk-etsclii on cnlie» xu «Mio!" Wortlich sollte dies heißen:Schweizertochter, spring,dringen einen Stuhl dem Herrn."