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quemr, nach seinem Verlangen zu fragen und wer er eigentlich sen?Die Frager thun fremd und verwundert über seine Person und seineForderung; wissen von keiner Hochzeit, von keiner Braut. Nachvielen Neckereien und gegenseitigen Erklärungen, verspricht manihm endlich, im Hanse eine liebenswürdige Schöne zu suchen, wieer sie geschildert. Bald öffnet sich auch wirklich die Pforte. DerBräutigam stiegt der Geliebten entgegen; aber es ist die unrechte;ein steinaltes, verschrnmpftes Grosmütterlein! — Unter Gelachterund Lärmen fangt der Wortwechsel, das Bitten des Einen, dieWeigerung der Hansgenossenschaft von neuem an, bis sich diese nocheinmahl bewegen laßt, dem ungeduldigen Liebhaber die Braut zusuchen, wie er sie naher bezeichnet hat. Sie selbst tritt ihm aus derThür entgegen. Es ist ein kleines, buckligtes, altes Ding, welchesmehr Runzeln im Gesicht, als Haare auf dem Kopf trägt. So wirdder Getäuschte mehrmahls betröge»; oft, wenn es an wirklichen,dazu gemietheten Herengestalten im Dorfe fehlt, thun's große Stroh-Puppen in Weiberkleidern, bis man ihm den Eintritt ins HauSgestattet, die verborgne Schöne selbst aufzusuchen, welche sich vonihm sehr gern finden läßt. Dann zieht die Schaar, vergrößert durchdie Verwandten der Braut, zum Hochzeit-Altar mit feierlichemGepränge.
> Nicht selten geht es bei Beerdigungen fast eben so lustig inverschiednen Ortschaften zu, wenn, was auch in manchen Gegendender deutschen Schweiz noch üblich ist, die Verwandten des Verstor-benen nach vollbrachtem Leichenbegängniß, ins Trauerhaus zumTodtenschmaus zurückkehren, und bei vollen Bechern den tiefenSchmerz und Gram um den Verlornen zu mildern bemüht sind. ImLivinerthal wird häufig dem Todten, so lang er im Sarge liegt.Wache (vi«ßä,) von Freiwilligen gehalten, meistens von andächtigenjungen Burschen und Mädchen, welche Rosenkranz und andere Ge-bete stundenlang hersagen. In den zur Erholung nothwendigen Pau-sen aber müssen reichliche Spenden von Wein und Branntewein dieInbrunst der frommen Jugend erfrischen. Die ehmahls fast allge-meine Uebung, die Leichname offen, mit unverhülltem Gesicht,zum Grabe zu tragen, vermindert sich immer mehr. Leichenbegäng-nisse sind, auch für den ärmsten Tessiner, mit Ausnahme des Bett-lers, ziemlich kostbar. In der Riviera wird selbst die Stimmeder hochwürdigen Geistlichkeit dabei, je nach dem stärkern oderschwächern Ton in Absingung der üblichen Litaneien, tarmäßtg,theurer oder wohlfeiler bezahlt. Am wenigsten kostet halblautes,hastiges Hermurmeln der Gebete; mehr das förmliche Singen;