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nöthige Wasser eine Stunde weit aussuchen und inSchläuchen selbst herbeytragen. Wenn man ferner dieAnstrengung bedenkt, welcher sie unterworfen sind, mitdieser Last äußerst steile Berge erklimmen zu müssen,so sagen Sie, lieber Freund! ob es möglich ist, sicheines schmerzlichen Gefühles zu erwehren, besonderswenn man berücksichtigt, daß diese Arbeit sich in derWoche drey- oder viermal wiederholt?
Bor einigen Tagen ging ich mit dem Pfarrer vordie Stadt, um einen Spaziergang zu machen. EineViertelstunde davon begegnete uns ein junges Mäd-chen, welches seinen Vorrath trug. Sie hatte ihrenSchlauch auf ein Felsenstück gesetzt und stand keuchendund schweißtriefend daneben. Begierig zu wissen, wieschwer so ein Schlauch sey, bat ich sie, mir ihn auf dieSchulter zu legen. Mein Verlangen setzte sie zwar einwenig in Verwunderung, aber sie that es mit Artigkeit.Kaum konnte ich unter dieser Last einige Schritte ge-hen. Arme Kleine! rief ich aus, indem ich mich derLast entledigte, und mich an den Pfarrer wendend, fragteich ihn: „Wie alt ist sie? höchstens 16 Jahre!" »Sech-zehn Jahre!" erwiederte dieser, „sie hat noch nichtdreyzehn", und indem er sich zum Mädchen wendete,fragte er sie in arabischer Sprache: „Wie alt bist du,mein Kind?" „Zwölf Jahre, mein Herr!" antwor-tete sie. Ich zog einige Geldstücke hervor, welche ichihr gab, und die sie mit einer lebhaften Aeußerung derFreude annahm.
Doch dieß ist nicht die einzige Beschwerde der ar-