153
wo er seine von dem Gewichte des Alters und der stren-gen Lebensweise gebeugte Brust mit einem Steineschlug und mit lauter Stimme die Erbarmniß desHerrn anrief; hier war es endlich, wo er sich den un-ermeßlichen Arbeiten hingab, welche ihn des Namenseines Kirchenvaters würdig machten.
Die zwey Gemälde des heiligen Hieronymus, welchedie Grotte zieren, sind ziemlich gut; indessen jenes deskleinen Altars ermangelt des Verhältnisses; der Kopfist ausdrucksvoll, aber der Körper viel zu klein.
Es gibt wenige Gemälde, welche mir so sehr aus-gefallen wären, als das der heiligen Paula und ihrerTochter Eustochium. Es schien mir zwar nicht dasWerk eines sehr meisterhasten Pinsels zu seyn, alleines ist von großer Wirkung. Es stellt diese zwey heili-gen Personen in einem und demselben Sarge liegendvor. Es war, wie Herr von Chateaubriand sehr schönbemerkt, ein rührender Gedanke des Malers, daß erder Mutter und der Tochter eine vollkommene Aehn-lichkeit mit einander gab; die Jugend, ein weißerSchleyer und eine Krone von Rosen unterscheiden steallein von einander. Wenn mir indessen ein Urtheilüber so etwas zusteht, so möchte ich sagen, daß ihr An«zug zu gekünstelt und zu prächtig ist. Sie stammtenzwar von Scipio her und besaßen unermeßliche Reich-thümer, aber ihre Haupttugenden waren Dcmuth,christliche Einfalt; auch ist zu bedenken, daß Eustochiumals die Oberin eines Klosters in Bethlehem gestor-ben ist»