Druckschrift 
Theil 1 (1837)
Entstehung
Seite
145
Einzelbild herunterladen
 

143

gerissen sage ich ihm leise, daß ich denselben zu einerbequemer» Zeit besehen wolle, und bat ihn weiter zugehen. Wir steigen einige Stusen hinauf, gehen nocheinige Schritte und stehen vor einer Thüre, welchemein Führer sogleich öffnet. Ich sehe eine tiefe Grotte,welche durch eine Menge Lampen erleuchtet ist. MeinFührer zieht sich zurück, und ich mit von Furcht,Verehrung, Liebe durchdrungenem Herzen trete ein,werfe mich nieder, bete, betrachte^ verehre.

Und diese Stunden der Nacht, welche ich vor derKrippe des Lammes ohne Makel durchwacht habe, er-innerten mich an die Nacht und an die Stunde, woder Engel des Herrn den bey ihren Schafen wachendenHirten erschienen war, welche, von einem himmlischenLichte umflossen, von großer Furcht ergriffen wurden.Ich glaubte einen Engel zu hören, welcher, wie zu ih-nen, zu mir sagte: Fürchte dich nicht! Wie sie habeich die große Freude empfunden, welche ihnen verkün-diget worden war, weil auch ich mich in der StadtDavids befand, weil der Ort, an welchem ich betete,der nämliche war, wo mir der Heiland, der Gesalbte,der Herr geboren worden war. Wie sie habe ich dasKennzeichen gefunden, welches ihnen durch den Gesand-ten des Allerhöchsten gegeben worden ist, den Stall,die Krippe und das in Windeln eingewickelte kleineJesus-Kind. Der Borübergang der Zeit gestattete mirzwar nicht, es wirklich hier vor mir zu sehen, aber ichhabe seine göttliche Gegenwart in meinem Herzen er-Reis« nach Jerusalem. i> Bd. 7