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Achtzehnter Brief.
Bethlehem, den 4. Jänner «szz.
Das Weihnachtsfest war nahe. Der ehrwürdigePater Quardian vom heiligen Grabe hatte sich mitdem größten Thcile der Gemeinde bereits nach Beth-lehem begeben, um den heiligen Tag an jenem Orteselbst zu seyern, wo der Sohn Gottes geboren werdenwollte.
Von dem lebhaften Verlangen angetrieben, ihrGlück zu theilen, trat ich am 25sten mn 3 Uhr Nach-mittags, begleitet von einem Dolmetscher und einemIanitschar, die Reise am Ich hatte eine herrliche ara-bische Stute, voll Feuer, bestiegen; dennoch ließ ich sienur im Schritte gehen, um durch einen allzuschnellenGang nicht das Vergnügen zu verlieren, das beobach-ten zu können, was die Orte meinem Geiste und mei-ner Seele Anziehendes darbieten könnten. O wie sehrwaren meine Empfindungen von denen verschieden,welche ich hatte, als ich mich Jerusalem näherte!Damals näherte ich mich einer Stadt des Fluches;einer Stadt, wo Alles an die schrecklichen Qualm undden schmachvollen Tod des Erlösers erinnert, undmeine betrübte Seele sah nur mit dem Blute des er-habenen Opfers gefärbte Stellen oder Werkzeuge sei-nes schimpflichen Todes, ein Nathhaus, einen Kalva-rienberg, eine Dornenkrone, Geißeln, Nägel, einKreuz! Ich glaubte noch einen entzügelten Pöbel zu