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Empfängniß war, und dic Klostcrgcmeine es vielleichtsonderbar gefunden hätte, wenn ich es nicht mit ihrgefcyert, so verschob ich den Besuch des heiligen Gra-des bis zum Tage darauf.
Zur Zeit der Morgcnröthe war ich bereits auf derTerassc des Klosters, wo man die ganze Stadt undihre Umgebungen übersehen kann.
Die Sonne erhob sich majestätisch hinter dem Del'berge. Bor mir hatte ich in geringer Entfernung dicKirche des heiligen Grabes mit ihren hohen Kuppeln;etwas weiter entfernt war der Borhof und der Platz,wo ehemals der Tempel Salomons stand, und der andas Thal Josaphat grenzt; zur Rechten der ehemaligePallast Davids. Kniend, über die Brustwehr geneigt,konnte ich nicht aushören, diese Stellen und diese Denk-mäler zu betrachten. Ich horte den guten Bruderkaum, der mir sie zeigte, denn mein Herz hatte sie er-rathen, ehe mir fein Mund ihre Namen genannt hatte.Ich bettachtete besonders die Kirche des heiligen Gra-bes, an welche sich so schmerzliche und so rührendeErinnerungen knüpfen. Ich mußte noch 24 Stundenwarten, ehe ich mich dahin begeben konnte; jeder Au-genblick schien mir ein Jahrhundert. Uebrigcns warich fest entschlossen, das erstemal nur allein und in derStille der Nacht den blutbedeckten Felsen, auf dem dieunsterbliche Güte sich für uns geopfert, und dem hei-ligen Grabe mich zu nähern. Ich wußte, wie schwerdieß sey, da griechische und armenische Pilger in diesemJahre in großer Anzahl nach Jerusalem kamen; allein