Druckschrift 
Theil 1 (1837)
Entstehung
Seite
63
Einzelbild herunterladen
 

<!3

Eine traurige Ucberzeugung! Glücklicherweise hattenwir, wie ich ihnen schon sagte, herrliches Wetter, ob-gleich widrigen Wind. Um Ihnen eine Vorstellungvon der Unordnung zu geben, die auf dem Schiffeherrschte, erzähle ich Ihnen, lieber Freund! folgendeThatsache. Am zweyten Tage verlangte ich, daßmanmireinige Eier sieden lassen möge, welche zu meinem Mit-tagsmahle dienen sollten. Man erwiedcrte mir, daßkein Holz vorräthig scy, weil der Schiffsschreiber ver-gessen habe, in Cypern dafür Sorge zutragen. Manhatte sich wahrscheinlich eingebildet, daß ein pilgenderTrappist, dessen Seele aus der Hoffnung, bald dieGegenden zu erblicken, wohin alle seine Gedanken,wohin seine ganze Seele gerichtet war, Nahrung er-hielt, damit auch seinen Körper erhalten könne;ich faßte Geduld.

Die Nacht des ersten Dezembers war hinreissendschön. Eine sanfte Ruhe herrschte in der Luft, derHimmel erschien wie eine Decke mit Diamanten über-säet. Die Wellen des Meeres spielten um unsere Goe-lette. Die Gattin, welche einen geliebten Gatten er-wartet, den sie lange Zeit nicht mehr gesehen dieMutter, welche jeden Augenblick die Fußtritte ihresSohnes, dessen Rückkehr aus einem mörderischen Kriegesie mit Ungeduld erwartet, zu hören glaubt; dasjunge Mädchen, welches im Begriffe sich zu verehlichenauf denjenigen harret, welcher sie zum Altare führensoll, um ihr dort ewige Liebe zu schwören; diesekönnen nicht ein zärtlicheres Gefühl der Sehnsucht ha-