Druckschrift 
Theil 1 (1837)
Entstehung
Seite
61
Einzelbild herunterladen
 

61

selbst die, welche man aus den genauesten Beschrei-bungen hierüber schöpfen würde, wäre nur höchst un-vollkommen. wiscr Kapitän auf Polstern sitzend, schliefoder rauchte. Die griechischen Matrosen, 5 oder 6 ander Zahl, spielten, unterhielten sich miteinander, odertrieben Possen. Der geschickteste der ganzen Schiffs-mannschaft war der Sohn des Kapitäns, Mnstaphamit Namen, ein allerliebster Knabe von 7 bis 8 Jah-ren; mit einer glücklichen Gestalt verband er eine selteneOffenheit und eine seltene Artigkeit. Er war derkleine Proviantmeister; er hatte die Vorräthe in Ver-wahrung, und verrichtete diesen Dienst mit einer aus-nehmenden Verständigkeit und mit einem besondernAnstände. Gleich am ersten Tage, wo ich das Schiffbestieg, erregte dieserKnabe durch ein bemerkenswerthesBenehmen meine Theilnahme. Er hatte während desEssens ein Stückchen Brod fallen lassen. Er hob essorgfältig auf, brachte es dreymal an die Stirne,und dann in den Mund, indem er dabey die Augenzum Himmel erhob, als wenn er Gott sagen wollte,daß er den Werth der Nahrungsmittel, welche er ihmin seiner Güte zu Theile werden lasse, zu schätzen wisse.Armes Kind! sagte ich zu mir selbst, indem ich ihn oftbetrachtete, wie Schade ist es, daß du nicht ein Ehristbist.

Mustapha war auch Schiffsjunge. Es gab keinensonderbarem Anblick, als ihn mit der Behendigkeit undder Leichtigkeit eines Eichhörnchens die höchste Spitzedes Mastes erklettern, und um herabzukommen, mit