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sie zugleich weit wichtigere vcrnachläßigten. Einerseitsdurfte nichts eingehen, ohne einer sirengen Reinigungunterworfen zu seyn; lange Zangen und Essig warenin Bereitschaft; ein Erdapfel wurde zwanzigmal durchdas Wasser gezogen, ehe er Eingang fand; anderer-seits aber gingen zehn Katzen ohne Hinderniß aus undein, und konnten jeden Augenblick die Krankheit ein-führen. Ich selbst habe einmal dem Pförtner, welchereinem Hunde die Pforte öffnete, zugerufen: „Wasmachen Sie doch, Vater Genipert! bedenken Sie diePest!« Mit der größten Unbefangenheit antwortete ermir: „Aber soll denn unser armer Kastor nicht zum„Essen eingelassen werden?« Kastorwar nur seit gesternaußer dem Kloster gewesen. Ein ähnliches unvor-sichtiges Benehmen von Seite der guten Vater machtes mir erklärbar, daß alle Mönche des Klosters St. Jeand' Akre an der Pest gestorben sind. Wenn gleich sich übri-gens Letztere bey Ergreifung der Mittel, die Verbindungmit Außen zu verhindern, was allein vor der Pest be-wahren kann, eben so unklug benommen haben, sogaben sie doch Beweise einer muthvollen christlichenLiebe, indem sie trotz den Gefahren des Todes, demsie auf diese Weise nicht entrinnen konnten, einanderwechselseitig pflegten. Durch die Lage der Leichenkonnte man leicht erkennen, daß die zwcy Väter, welchezuletzt unterlagen, bepnahe in einem und demselbenAugenblicke gestorben sind. Der Eine lag an derSeite des Bettes des Andern, eine Schale in derHand, welche anzeigte, daß er seinem Mitbruder Bey-