Druckschrift 
Theil 1 (1837)
Entstehung
Seite
7
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Luzern den so. Juli rsz«.

In den Gefängnissen der Stadt befindet fich einMensch, welcher eines Mordes wegen zum Tode verur-theilt ist; am Samstage soll er hingerichtet werden.Ich schrieb an den Pfarrer von Luzern, um von ihmdieErlaubniß zu erbitten, mit diesem Unglücklichen seineletzte Nacht hinbringen, und ihn an die Richtstattebegleiten zu dürfen. Der würdige Seelenhirt besuchtemich, und sagte mir, daß es nicht üblich scy, beyeinem Berurthciten die Nacht zuzubringen, daß der-jenige, zu dessen Gunsten ich diese Handlung der christ-lichen Liebe auszuüben wünsche, um 6 Uhr Abendsvor der Urteilsvollstreckung die Kommunion empfan-gen werde, und daß am nächsten Morgen um fünfUhr sich die Geistlichen in das Gcfangniß begeben.Wollte ich mich diesem traurigen Gefolge anschließen,so möchte ich mich an diesen traurigen Aufenthalt derSchmerzen, und der Thränen begeben, und mich jenenbeygesellen.

die wunderliche Tracht der Gerichtsboten. Indessenob sie gleich an einem Tage vorging, wo mich das Fieberetwas in Ruhe ließ, habe ich doch der Einladung nichtFolge geleistet. Was kümmern einen Ordcnsgeistlichen,besonders einen von Latrappe, einen Pilger zum hei-ligen Lande, alle eiteln Feyerlichkeiten der Welt!