zrc» Ellftes Kapitel.
uns zu sehr eigen, und durch die verderbteArt und Gewohnheit, zu tief und stark vonNatur eingewurzelt; auch wäre dieser undjener hohe Grad der Heiligung in diesem lebennicht zu erreichen u. dgl» m. Endlich und 9)hüte man sich vor Nachläßigkeit in Untersu-chung und Bewahrung seines Herzens, undVor Trägheit in dem Gebethe»
s) l Tim. 6, 8 und IO. Wenn wir aber Nah-rung und Kleider haben, so läßet uns begnü-gen. Denn Geiz ist eine Wurzel alles Uebels,welches hat etliche gelüstet, und sind vom Glau-ben irre gegangen, und machen ihnen selbst viel 'Schmerzen.
Eilftes Kapitel.Von dem wahren Gebethe.
1. Fr. Was ist bethen?
A. Bethen ist 1) eine jede innige Beschäff-tigung der Seele mit und vor GOtt, indemsie sich, mit stillen und gesammelten Gemüths-kräften zu Ihm erhebet; mit tiefster Ehrfurchtund Demuth anbethet, bewundert, liebet,verherrlichet und beschauet sein unbegreiflichmajestätisches Wesen, oder einige seiner gött-lichen Wahrheiten oder Vollkommenheiten,als da sind: seine Liebe, Allgenugsamkeit,Allgegenwart u. s. w.; alles mit tiefster Un-terwerfung, Erniedrigung und Aufopftunz