Von dem Menschen vor dem Fasse, lvy
19. Fr. Was hat man noch überhaupt in Ansehungdieses seligen Zustandes des ersten Menschenanzumerken?
A. Daß kein unwiedergebornrs, bloß na-türliches Kind Adams denselben recht nachWürden einsehen und erkennen kann, wennes schon noch so viel, und auch Mosen selber,davon höret und liefet: weil die Schöpfungdes Menschen nach GOttes Bilde, das Pa-radies, der Baum des Lebens, der Baum derErkenntniß Gutes und Böses u. a. m. lauterGeheimnisse sind, wovon man sich meistensnur gar zu grobe, geringe, sinnliche BilderundBegriffe machet; von denen aber GOtt diewahre Erkenntniß und Einsicht, nach seinemWillen, in etwa, und zwar nur denen auf-schleußt, welche durch seinen Geist erleuchtet,und, von Klarheit zu Klarheit, in diesen Ver-lornen Stand, und in eben dasselbige Bildvergestaltet und hergestellet werden *).
20. Fr. Weil nun der Mensch ein so reicher, mäch-tiger, guter, weiser, schöner, seliger und freierMonarch war, war er denn von niemandenabhängig, niemanden unterworfen und ver-pflichtet?
A. Keinen: als GOtt allein, welcher dereinige Ursprung, das Mittel und Ende allerHerrlichkeit und Seligkeit des Menschen war»
2i.Fr.>
') Die Aufschlüsse und Zeugnisse selcher erleuchtetenSeelen können daher einem GOtt und Wahrheitliebenden Gemüthe nicht anders als sebr respecradeluud glaubwürdig seyn; wenn es auch für seme Per-len nech nichts davsn erfahren hätte Ad Rt