t lv Achtes Kapitel.
21. Fr. Wusste der Mensch ansanglich diese seine
Verpflichtung auch wohl?
A. Ja, GOtt hatte ihm die Erkenntnißdavon bei seiner Schöpfung eingeschaffen,welches man insgemein das Geserz der ^7a-tur nelinet.
22. Fr. WaS lchrete dieses eingeschaffene Gescy
der Natur den Menschen sonderlich ?
A. Daß, gleich wie GOtt sein Ursprung,Erhalter, König und GOtt, er also auchsein Ziel, Zweck und Ende war; daß er deinzu folge weder sich selbst, noch einiger Krea-tur, sondern ganz feinem Schöpfer zugc-hörte; und daß er in allem von ihm mußteadbangen, allen seinen Worten glauben,ihn von ganzem Herzen verehren, lieben undunendlich höher achten als sich selbst; daßer demnach seinen Nächsten wie sich selber —nie aber weder diesen, noch sich selbst odereiniges andere Geschöpf anders, als inGiVrc allein lieben müßte.
2Z. Fr. Aber minderte dieses die Glückseligkeit desMenschen nicht, daß er dergestalt GQtr ver-pflichtet, und von ihm abhangend seyn mußte?
A. Keineswegs; im Gegentheil machteeben dieses seine höchste Seligkeit aus; denn,weil GOtt die erste und einzige Ursache allerseiner Herrlichkeit und Seligkeit war undblieb, so hing diese Seligkeit auch noch mehrvon GOtt ab, als ein schöner Lichtstrahl vonder Sonne; dergestalt daß, wo der Mensch
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