io6 Achtes Kapitel.
und lustiger Garten, desgleichen kein Menschje gesehen, noch menschliche Kunst, Klugheitund Arbeit zurichten noch ausdenken kann;worin die allerschönsten und herrlichsten Blu-men, Früchte und Bäume der ganzen Welt,und was die Natur nur immer liebliches,Schönes, Köstliches und Anmuthiges gebenkann, bei einander waren.
15. Fr. War eS denn auch in dem Paradiese, wiees setzt in den schönsten Lustgarten der Welt aus-stehet, da eö nur im Frühling und Sommerangenehm ist und grünet, im Herbst und Win-ter aber alles abnimmt und verwelket?
A. Nein, es war damals die ganze Naturmit allen Elementen noch in der schönsten Har-monie und Temperatur; so daß weder derMensch noch einiges andere Geschöpf, dengeringsten Schaden oder Ungemach hatte.Von so vielen Unordnungen und Verände-rungen, die man gegenwärtig in der äußernNatur siehet, z. B. von Donner, Blitz,Hagel, Schnee, Frost, Kälte, Sturmwind,Platzregen und dergleichen, wußte man danichts: deßwegen stand auch in diesem Lust-garten alles in einer unverwelklich schönenBlühte, und immerwährender höchster An-nehmlichkeit und Lustbarkeit *).
16. Fr.
Da Gcvrr selbst diesen Garten in Eden gepflanzthatte, so kann man schon daraus allein wohl schlies-st« , daß derselbe ein vollkommenes Meisterstück war,und daß auch die schönste und erhabenste Beschrei-bung davon immer noch ein höchst schwacher Abrißbleiben muß. A. d. R.