Von dem Geheimniß der H. Dreieinheit. 55
Menschen selbst, welcher ursprünglich nachdem Ebenbilde der Dreieinheit erschaffen ist (a),der dem zufolge dieselbe auch klarlich abbil-den , wenigstens bei seiner Erschaffung abge-bildet haben muß; und obschon die Finster-niß , worein wir durch den Sündenfall gera-then sind, so wohl die Erkenntniß der Drei-einheit, als auch ihres Bildes in uns, garsehr verdunkelt und bedeckt hat; so kann dochder, durch das Licht des Glaubens erleuchteteVerstand so viel davon erkennen: daß derGeist oder die Seele, 1) in Ansehung ihresWillens, oder nach -Lichr und Ruke unend-lich begierigen Grundes; und 2) in Ansehungdes Verstandes, oder der Fähigkeit (Facul-tät) des Llchcs und der Weisheit; und dannz) in Ansehung der Fähigkeit der Freude, desWohlgefallens und der Rüde, das vollkom-menste Gleichniß und Bild der heiligen, hoch-gelobten Dreieinheit ist, aus allen denen,welche man sich von irgend einem Geschöpfevorstellen kann *).
(g) i B. Mose i, 26. Läßet uns Menschen ma-chen, ein Bild, das uns gleich sey.
17. Fr. Kann man in diesem Gleichniß nicht nochetwas Sonderliches, zur nahern Erläuterungdieses Geheimnisses, finden?
A. Ja; denn gleichwie der Grund oderdas Verlangen der Seele unterschieden istvon der Facultät des Verstandes und der
D 4 Freu-
Siehe hieven ein Mehreres unten Kav. 8. Fc. 8.