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Den Anblick, den unsere Erde mit ihren zerrissenen Felsen, tiefen Schluchten undvielen Unebenheiten darbietet, hat zu der Muthmaßung Anlaß gegeben, daß sie einsteine gewaltige Umwälzung erlitten haben sollte, Muscheln auf den höchsten Bergen,'Überreste von Thieren und Pflanzen der südlichen Länder, die jetzt im Norden gesun-den werden und viele andere Kennzeichen einer großen Veränderung, welche auf derErde vorgegangen sein muß, sind aber nichts anders als unverkennbare Spuren einerfrüher wärmern Temperatur. Die einfache und nothwendige Verminderung derWarme durch unsere Abweichung von der Sonne, und das Erkalten und Verhärteneines aus der Gluth der Sonne hervorgegangenen Körpers, erklären alle diese Er-scheinungen.
Da der Granit einst weicher Schlamm gewesen ist, so kann er jetzt Thiere undPflanzen im harten Stein verschließen. Der Riederschlag des Wassers hat verschieden!Schichten von Stein und Erde über die ganze Oberflache gebildet, und die Vermin-derung des Wassers Muscheln auf allen Bergen zurücklassen müssen. Das Eis desNordens bedeckt jetzt die Gebeine unzähliger Elephanten, die dort ehemals, näher beider Sonne, in einer üppigen Vegetation ihre Nahrung fanden; denn wenn die Erdesich bis in ihre jetzige Bahn von der Sonne entfernt hat, so ist solche Abweichungmehr als hinreichend um zuvor grünende Länder, wie die Geschichte uns einige nördli-chen Gegenden schildert, jetzt durch ewigen Winter zu veröden. — Wir brauchen mit-hin, um die vielen Veränderungen an der obern, in Vergleich mit dem Durchmessersehr dünnen Rinde der Erde zu erklären, nicht die Chimäre einer sogenannten Kata-strophe zu erdichten; es gibt keine solche Umwälzungen, sondern nur ein allmählizesFortschreiten im Entstehen oder Bergehen.
Wenn das Weltall nur aus einem Elemente, oder nach dem sichtbaren Unter-schied der beiden Extremen, aus Materie und Wärme besteht; wenn alle Naturer-scheinungen sich auf die einzige Kraft des Dranges der Wärme zum Gleichgewicht,der selbst nichts als die Flüssigkeit der Wärme ist, zurückführen lassen, und alle an-dere Kräfte, die man erdacht hat, durch Ungereimtheiten und Widersprüche, zu wel-chen sie führen, sich als unwahr und absurd ergeben, so muß man zugeben, daß dieTriebfedern der Natur höchst einfach sind.
Alle großen Philosophen haben in der Ansicht übereingestimmt, daß die Ratissnur eine bewegende Ursache hat, und daß sie überall nach einfachen und gleichen Ge-setzen handelt. Newton sagt ausdrücklich, indem er die Verschiedenheit der Erschei-nungen erwähnt (Fardentheorie B. Z. Frage Z): --Es geht aus allem diesem hervor,--daß die Natur seyr einfach und sich selbst ähnlich ist; zwei oder drei Ursachen der--Bewegung zu finden und zu zeigen wie alle Erscheinungen von diesen einzigen Ur---kräften herkommen, wäre ein großer Schritt in der Natur-Philosophie. Ich trage„kein Bedenken,-- sagt er weiter, --eine einfache Grundkraft mit zwei oder drei Ursachen--vorzuschlagen, die offenbar die ganze Natur bewegt, obgleich ich solche noch zu«erforschen lasse.-- So hat Newton vermuthet daß alles im Weltall, die Be-wegungen der Himmelsköpre, wie das Leben der Thiere, nur eine und dieselbe Ursachehaben; dieß muß den Anhängern der Anziehungskraft die Augen öffnen: sie glaubenNewton habe sie als etwa« wirkliches angegeben, während dieser Philosoph gesteht,daß die Attraktion nur ein leerer Name ist, und Wünsche für die Entdeckung der all-gemeinen Ursache der Narur ausspricht, die er ausdrücklich erklärt nicht gemacht zuhaben. Welche Widcrsprückc! auf einer Seite schreibt man Newton Entdeckungenzu, die er in Abrede gestellt bat, und fügt hinzu, er habe die ganze Natur enthüllt;auf der andern entmuthigt man die Physiker durch die Erklärung, daß die Natur inihren Geheimnissen unbegreiflich ist. Man bemerkt gerade das Gegentheil an N ew ton'sgroßen Geist: er glaubt daß seine Nachfolger die vollkommene Kenntniß der Natur