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unumstößlich sind, in der Meinung sind, daß sich Newton ihrer bedient habe, umdie vermeinten Entdeckungen, die man ihm zuschreibt, zu beweisen. — Ein großerUnterschied liegt aber zwischen den mathematischen Grundsätzen, die in NewtonsWerken enthalten sind, und den physischen Hypothesen, auf die er seine Beweise ge-gründet hat. Als Mathematiker, nicht aber als Physiker, ist Newton das Genie,das wir bewundern. Wenn selbst alle seine Hypothesen falsch wären, so könnte dochNichts seine mathematische» Grundsätze umstoßen: und wir könnten nur mit einemeinsichtsvollen Dichter sagen: "Die Rechnung ist richtig, obschon die Angabe falsch ist."Vcraces iiumeri, meuckax a t causa subessot.
So wurden durch die Entdeckung der Bewegung der Erde die genau gemachtenastronomischen Berechnungen nicht umgestoßen, es wurden blos die Namen verändert.Alle Beobachtungen die von der unbeweglichen Erde richtig gemacht worden waren,fanden sich durch die Bewegung der Erde bestätigt und genau erklärt. — Unumstöß-liche Wahrheit mechanischer Grundsätze verhindert nicht das eine falsche Anwendungderselben auf gewisse Naturerscheinungen zu den größten Absurditäten führt, wie ausfolgenden Beispielen zu ersehen ist.
i) Um alle Bewegungen der Himmelskörper durch die zum Lehrsatz erhobeneAnziehung zu erklaren, sagt man, daß die Planeten, wenn der eine an dem andernvorbeigeht, ihren Lauf merklich stören. Man will zu verstehen geben sie zögensich an, man vermeidet aber diese Unwahrheit auszusprechen, weil gerade das Ge-gentheil von Anziehung statt hat, so oft als zweiter Weltkörper sich einanderannäheren; denn sie weichen alsdann von ihrem Laufe ab, indem sie sich voneinander entfernen. Wenn Pallas und Ceres, welche beinahe in derselbenBahn laufen, an einander vorbeigehen, bemerkt man, daß anstatt sich anzuziehen, siesich ausweichen. — Da die Stärke der Anziehungskraft im Verhältniß der Verminderungder Entfernungen zunimmt, oder was noch weit mehr ist, da sie im Verhältnisse derVerminderung der Quadrate der Entfernung zunimmt, so muß die Annäherung dieserbeiden Körper ihre beiderseitige Anziehungskraft dermaßen verstärken, daß sie wenigstens ihren Lauf dadurch stören müßten, daß sie sich einander näherten; aber sie tretenhingegen aus ihrer Bahn indem sie sich ausweichen. Es scheint mithin, daß sie sicheher zurückstoßen als anziehen. Eben so weichen Kometen und Planeten sichauf große Entfernungen schon aus, stoßen sich ab, wenn sie ihrem Laufe gemäß sichannäheren und zusammentreffen sollten. — So fest also klebt man an eine irrige Mei-nung, daß man selbst mit seinen Augen sich von ihrer Unwahrheit nicht überzeugen kann.
Z) Wenn man denkt, daß sobald ein Komet sich schnell einem Planeten nähert,die Anziehungskraft eines jeden von ihnen auf den Andern im Verhältnisse der enornun Verminderung des Quadrates der Entfernung zunimmt, d. h daß die gegenseitigeAnziehungskraft der beiden Körper eine doppelte Vermehrung der ganzen Quantitäterhält, um welche die Entfernung vermindert worden ist, multiplizirt mit dieserQuan-tität; und wenn man denkt, daß zwischen den beiden Körpern keine Centrifugal-Krastbesteht, welche diese zunehmende Anziehungskraft aufwiegt, so muß man daraus schlie-ßen, daß wenn eine solche Annäherung Statt hat, die beiden Körper nicht ermangelnkönnen mit einem schrecklichen Stoße zusammen zu stürzen, ohne sich jemals wiedertrennen zu können. Wenn aber dies wirklich die Gesetze der Anziehungskraft sind, wietrug es sich denn zu, das der Komet, welcher im Jahr lüSü zwischen Mond undErde durchging, ohne auf Ebbe und Fluth den mindesten Einfluß zu äußern; daß derKomet, welcher im Jahr l?7v der Erde so nahe kam wie der Mond, und quer durchdas Trabanten-Gebiet Jupiters ging, und daß der Komet, welcher I77U so nah anMerkur vorbeigmg, nirgeud erue fühlbare Wirkung hervorbrachten, und daß weit ens-