23
Die Bewässerung der Straßen laßt sich gewöhnlich mit der Lieferung des Was-sers durch Röhren in die Privathäuser verbinden. Man weiß, wie in Paris und i»den bedeutendsten Städten Englands Fluß- und Brunnenwasser durch Röhrenleitun-ge» in alle Stockwerke geliefert wird; und die nach Verhältniß des Verbrauchs zuentrichtenden geringen Kosten mittelst einfacher Vorrichtungen durch den Ausfluß selbstbestimmt werden. Solche Wasserleitungen können auch zur Errichtung öffentlicherBrunnen benutzt werden, und es kann die Einrichtung damit verbunden werden, daßbei Feuersausbruch bedeutende Wassermassen selbst in die höchsten Stockwerke derHäuser ausgegossen werden können. Diese kostspieligen Anlagen werden so. durchmehrfache Benutzung möglich gemacht.
- AK' Ä> t,-Ml j»'rai «ÄÄ si«Z »iji!-I Mu-li! I« «
.!! M«
, i«!«!
«H»r Uhiii»lüt!» l,r
tM«sl ii>
W-
qMdi!» i-!!
XIV. Nachricht über das Unternehmen der Straßenbeleuchtung.
Es gibt Geschäfts, die eist dann, wenn die Industrie einen gewissen Standpunkterreicht hat, Gegenstand des Handels werden. In frühern Zeiten fanden sich für dieAnlagen neuer Chausseen und Kanäle, für ausgedehnte Postwagendicnste u. f. wkeine Unternehmer in Masse, und man sieht noch in einigen Städten Deutschlands, daß,wenn die Beleuchtung und Reinigung der Straßen in Entreprise ausgeboten werden.Niemand darauf bietet wahrend in manchem Lande die Konkurrenz so groß ist, daß dieUnternehmer sich solche Geschäfte bis aufs Aeußerste herabbicten.
Kein Gewerbsgegenstand war dem Handel bisher so fremd geblieben wie die Lie-ferung der Straßenbeleuchtung. Während die sich immer mehr ausbreitenden Handels-Werbindungen und die immer steigende Industrie und Erfindungen alle Bedürfnisse bisin die entferntesten Länder ungefähr zu gleichen Preisen und von gleicher Güte verschaf-fen, findet man in den Kosten der Straßenbeleuchtungen sa wie in den Mängeln undVorzügen dieser Einrichtungen, von einer Stadt zur andern einen auffallenden Unter-schied. — In vielen Städten sieht man durch Mangel an Konkurrenz, bei alljährlicherVersteigerung, immer den nämlichen Unternehmer, seit Jahren her die Straßen-Be-leuchtung an sich halten, obschon er früher beinahe den doppelten Preis dafür erhielt.Oft kommt die Beleuchtung mit der nämlichen Zahl Laternen in einigen Städten drei-mal so hoch als in andern. — Verbesserunge» in diesen Verwaltungszweigen konntennur langsam fortschreiten, indem die neuen Erfindungen nicht überall bekannt wurden.Versuche in einem Orte gemacht, blieben in andern unbekannt; und mangelhaste Ein-richtungen, in einem Lande längst abgeschafft, wurden in andern erst begonnen. — Eswar daher ein willkommnes Unternehmen, die Straßen-Beleuchtung in allen Städtennach festgesetzten Regeln und Peisen allgemein zu bedienen; und wenn auch die Beleuch-tung eine gewünschte Vollkommenheit noch nicht erreicht, so ist doch das Anerbietenschon nützlich, während in vielen deutschen Städten bei öffentlichen Versteigerungen sichkeine Unternehmer finden.
Seit der Erfindung der Gasbeleuchtung haben sich mehrere Gesellschaften gebil-det, um unter solchen Bedingungen die städtischen Beleuchtungen in Entreprise zu neh-men. Im Jahr is?5 wurde allen bedeutenden Städten des Kontinets durch englischeUnternehmer Anerbietungen gemacht, die nicht verwirklicht werden konnten. Das ersteBeispiel solcher Unternehmungen ist jedoch nickt von England ausgegangen. Schon vordreißig Jahren bestand in Holland eine Gesellschaft, welche die Beleuchtung in den bedeu-tendsten dortigen Städten, als: Amsterdam, Rotterdam, Utrecht zc. auf mehrjährigeZeiträume in Entreprise genommen, und durch alle bekannte anwendbare Erfindungenverbessert hatte. Ein Zweig jener Gesellschaft, unter der Firma: Ch. Poswick, vanMeerbecke, Nypels S Compagnie, übernahm im Jahr lg'ck die Beleuchtungder Stadt Köln, erhielt ein ausschließliches Patent für dcn ganzen Umfang des Preu-