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IX. Leistungen der Dampfwagen.
Von der Anwendung der Dampfkraft auf die Bewegung stehender Maschinenwar der nächste Schritt, diese Kraft zur Fortbewegung der Dampfmaschinen selbst zugebrauchen. Zuerst sollte ein Dampfwagen große Lasten Steinkohlen fortbringen- dawollten aber Viele nicht an die Möglichkeit glauben, daß eine todte Maschine denDienst des Zugviehes vertreten konnte. Bald aber sah man wirklich schwere Dampf-maschinen auf Eisenbahnen eine ganze Reihe mit Kohlen bsladener Wagen fortziehen.Da es nun eine Thatsache war, daß ohne Pferde gefahren wurde, und Dampfmaschi-nen vermöge ihrer eigenen Kraft sich selbst fortbringen, so war leicht daraus zuschließen, daß, weil diese Maschine eine ungeheure Last langsam fortzubewegen imStande war, sie mit einiger Vervollkommnung auch wohl mit Schnelligkeit über dieEisenschienen einherrollen würde. Aber nein, das wurde wieder rein abgesprochen-Man versuchte; jedoch viele Versuche mißlangen, oder waren doch sehr unvollständig,Dieses Streben wurde von vielen als Thorheit betrachtet,- jetzt aber ist schon mehrerreicht worden, als man geahnt hatte, und die Dampfwagen gehen schneller, als alleje versuchte Fortschaffung von Menschen oder Sachen. Jetzt trösten die Widersacherder Dampfwagen sich damit, daß dies nur auf Eisenbahnen möglich sey. Fragt manaber, warum, wenn die Schnelligkeit der Bewegung auf Eisenbahnen so unglaublichgesteigert wird, ein Dampfwagen nicht auch auf ebenen Stein- oder Erdwegen fahrenkönnte? so weiß man nichts zu antworten, als etwa, daß alle Versuche mißlungenseyen. Darin liegt aber der Irrthum: die ersten Versuche sind hier, wie bei allenandern Fortschritten, unvollkommen; es ist aber kein Grund vorhanden,daß sie immermißlingen müssen. Aber auch hier schon werden die Machtsprüche dieser Propheten be-schämt: die Dampfwagen gehen mit der größten Schnelligkeit auf gewöhnlichen Wegen.Die Schwere der Maschinen war ein Hinderniß: dieses ist gehoben, indem sie jetzt soleicht wie andere Wagen gebaut werden. Man glaubte, die Dampfwagen könnten sichbloß in gerader Richtung bewegen: jetzt lenkt man sie nach Belieben in jede Richtung.Der Dampfwagen kann aus der Eisenbahn nur um '/so steigen, wodurch die Nivelli-rung des Bodens eine der größten Auslagen bei Anlegung von Eisenbahnen ist. Jetztgeht der Chaussee-Dampfwagen mit einer stärkern Steigung Berg an, als gewöhn-liche Frachtwagen. Nach vielen Versuchen und allmäligem Gelingen der nothwendi-gen Verbesserungen kann man erwarten, daß Dampfwagen auf gewöhnlichen Chaus-seen einst alles andere Fuhrwerk ersetzen werden.
Die bis jetzt gebauten Chaussee-Dampfwagen nehmen gewöhnlich 12 bis Zü Per-sonen in sich auf. Die Kosten für das Brennmaterial belaufen sich ungefähr »2Kreuzer rhein. oder I«Z gGr. auf jede Wegstunde. Wenn nun CricsonsColoric-maschine, aus welcher die Heitzung nicht entweicht, sondern bloß in Circulation ge-setzt wird, die dazu dient, immer wieder neue Dämpfe zu entwickeln, auch auf Dampf-wagen angewendet und so ein Ersparniß von ^ des Brennmaterials erzielt wird, sowerden endlich ganz leichte Dampfwagen ohne Wasser und mit weniger Brennmaterialals die Fourage für Pferde kostet, alle Landstraßen befahren.
Keine Vorhersagung, keine frühere Erwartung großer Fortschritte kommt derWirkung der Dampfkraft auf Eisenbahnen gleich. Ja selbst die Dichter, so oft sieeine gedankenschnelle Bewegung ersannen, wagten nicht, solche Kraft mit solcher Schnel-ligkeit verbunden darzustellen. Oft wurde eine ungeheure Kraft ersonnen, aber keineschnelle Bewegung; oder die schnellste Bewegung, aber ohne große Kraft auszuüben.Die Dampfwagen vereinigen Beides: sie ziehen 2000 Zentner so schnell, wie der Vo-gel fliegt. Man hat Beispiele, wo ein einziger Dampfwagen Z2ya Zentn.r fort-schleppte. Er ersetzt also 70 Pferde, wenn man für ein Pferd die Last von