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Gemeinnützige Andeutungen im Gebiete der Gewerbthätigkeit und der Wissenschaften
Entstehung
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V. Wachsende Scheine als Sparkassen.

Alls bisher gebräuchlichen Papiermünzen bleiben immer auf derselben Summestehen, während doch bekanntlich ein Kapital, dessen Zinsen man sich anhäufen laßt,sich in I» bis >5 Jahren verdoppelt. Borgt mir Jemand z. B. 1000 Thaler auf20 Jahre, so habe ich jahrlich So Thlr. Zinsen zu zahlen und zuletzt das Kapital selbstzu erstatten. Es sey aber der Gläubiger abwesend oder er will sonst gestatten, daßdie Zinsen erst nach Verlauf der 20 Jahre entrichtet werden; so habe ich statt 1000alsdann 200a Thaler in einem Male zu entrichten. Beim oberflächlichen Anblickscheint es eine harte Bedingung zu seyn, für 1000 Thlr. 2000 zurückzugeben. Jedochhabe ich dabei noch einen Vortheil von mehr als »75 Thalern; denn wenn ich dieam Ende des ersten Jahrs fälligen Zinsen zu 50 Thaler nicht zu zahlen brauche, undbis Ende des 2osten Jahres oder 19 Jahre lang benutzen kann, so sind diese mir jähr-lich 2'/» Thaler Zinsen werth: machen in 19 Jahren »?'/- Thaler. Die zu Endedes zweiten Jahrs fälligen Zinsen zu 50 Thlr. verbleiben mir als Kapital, welcheswicder während liZ Jahren Zinsen trägt, machend »5 Thlr. u. s. w. bis ich nach Ver-lauf von 20 Jahren bloß an Zwischenzinsen »75 Thlr. genossen habe; und eigentlichnach dem wahren Werth an Kapital von 1000 Thlr. an zwanzigjährigen Zinsen zu1000 Thlr. und an genossenen Zinsen von diesem nicht jährlich, sondern erst im zwan-zigsten Jahr gezahlten Zinsen, zusammen für die erhaltenen 1000 Thlr. zu zahlenhatte 2»75 Thlr.Ein Schein des bestehenden Papiergeldes von 20 Thlr. bleibt unver-änderlich auf diesen Werth stehen, und wird nach 20 Jahren durch den Aussteller fürdieselbe Summe eingelöst. Dieser gewinnt mithin die Zinsen des Kapitals zu 20Thlr. und die Zwischenzinsen, welche nach obiger Rechnung sich auf 9'/- Thlr. belau-fen: er gewinnt mithin 29 Thlr. 15 Sgr. da er statt »9'/z Thlr. nur 20 für dasStück Papiergeld von 20 Thlr. zurückgibt. Wenn dieser Nutzen zum Vortheil einergemeinnützigen Anlage, wie die einer Eisenbahn verwendet würde, so könnte das Pub-likum sie mit Beiträgen befördern, die ihm nicht einen Pfenning kosten. Da die Haupt-schwierigkeit darin besteht, daß eine Eisenbahn während der Erbauung keine Zinsen trägtund in der ersten Zeit die Dividende nicht sicher ist, so ist es eine große Erleichterung, wenndie Auszahlung der Zinsen und des Gewinns auf spätere Jahre verschoben werdenkann. Dies geschähe denn durch die Ausgabe von kleinen Actien als wachsende Scheine.Ein Billet z. B. von 15 Thlr. das für Zinsen und Gewinnantheil^etwa bh/z Procentjährlich genießen soll, würde diese erst nach Verlauf von 10 Jahren in einem Maleerhalten und für 25 eingelöst werden, und hätte diese Zeit hindurch gestanden z. B.im Jahr 1850 Thaler 15 im Jahr 18»0 Thaler 19 im Jahr 18»» Thaler 2Z

I8Z7 16 I8»l 20 Z8»5 2»

18Z8 17 I8»2 21 l8»6 25

I8Z9 18 I81Z 22

Werden die Scheine auf 20 Jahre ausgestellt so wird das Unternehmen eineröffentlichen Anlage noch mehr erleichtert und die Anstalt erspart auf 20 Thlr. 9'/»an Zwischenzinsen, machend auf eine Million ein Kapital von »75,000 Thlr. Einwachsender Schein von 20 Thlr. im Jahr 1856 würde im Jahr 18Z? stehen 2l, imJahr I8Z8 Thlr. 22 u. s. w. bis im Jahr 1856 Thlr. »0, zu welcher Summe ereingelöst würde.

Der Schein steigt mithin in der Kasse der Inhaber jährlich um den Betrag derZinsen mit einem Thaler. Ein Thaler aber jährlich macht monatlich 2 Gutcgroschen.Wer also z. B. im 8. Monate des Jahres 18»Z einen Schein ausgibt, der binnenzwe: Monaten schon 26 Thaler betragen wird, kann 20 Groschen Agio nehmen undden iTchem 25 Thlr. 10 Groschen rechnen.

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