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Schweiz, jeder Fürst, jedes Volk, daß Unterer» crungeines gerechten Mannes ein Fleck in allen Geschichtebüchern ist!"
Heutiges Tages haben sich die Gemächer des alten Schlossesvon Gottlieben in gefällige Wohnzimmer einer Bürgerfamilie ver-wandelt. Die Burg ist Eigenthum des Herrn Rittmeisters Hippe-meier. Seiner und seiner Gattin Bekanntschaft dank' ich dieKenntniß einer wunderbaren, unerklärlichen Erscheinung in derNatur, die wohl der Besprechung würdiger ist, als alle Barbareider Vorwelt. Des wackern Rittmeisters Gemahlin nämlich war,schon von Kindheit an, Rhabdomantin, das heißt, sie empfingvom Daseyn unterirdischer Gewässer, Metalle, Salze, Stein-kohlen und andrer Fossile Kenntniß durch körperliche Empfindungen;durch krampfhafte Bewegung in einzelnen Muskeln; durch ent-stehende Kälte oder Wärme, oder Feuchtwerdung einzelner Theiledes Körpers; durch Bangigkeit, oder Schwindel, oder plötzlichesErscheinen eines Geschmacks auf der Zunge. Am längsten be-obachtete sie Hr. Ebel in Zürich. Der achtbare Beschreibe? desBaues der Erde, des Alpengebirgs und der Schweiz zeichneteseine Bemerkungen und Erfahrungen sorgsam auf. Mir ist unbe-kannt, welches Schicksal sein schriftlicher Nachlaß gehabt hat. Abergewiß sind die Wirkungen unterirdischer Minerale nnd Flüssigkei-ten, welche Ritter und Amoretti an dem jungen italienischenLandmann Campetti vor einigen Jahrzehenden beobachteten,nicht außerordentlicher, als die Gefühlserscheinungen der jetzigenEigenthümerin vom Schlosse Gottlieben.
Ich lernte sie als blühende Jungfrau kennen. In Fülle undFrische der Gesundheit zeigte sie nichts weniger, denn kränklicheReizbarkeit und Nervenschwäche. Sie bedürfte keiner Wünschel-ruthe. Die Natur der Unterwelt, ich weiß nicht bis zu welcherTiefe, verkündete sich in ihrer Empfindung. Ich führte sie durchihr völlig unbekannte Juragcgenden,, in welchen keine äußereSpuren den mir schon bekannten Inhalt des Gebirgs verrathenkonnten. Sie bezeichnete mir die Stellen großer Ablagerungenvon Bohnerz mit eben so vieler Bestimmtheit, als sie den Um-fang und das Streichen des Steinkohlenflötzes bei Elgg im Kan-ton Zürich angegeben hatte. Gypslager bewirkten ihr ein krampfig-tes Zusammenziehen der Halsmuskeln. Steinsalz in der Tiefeerregte ihr den Geschmack desselben auf der Zunge; neben dem-selben, wie vom Pfeffer, ein Stechen. Letzteres hatte sie schoneinmal am Thunersee empfunden, ohne erklären zu können, von