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war vor seinen Begierden geschirmt, die selbst im Nonnenklosterein Harem fanden. Ich will das wüste Bild dieses Mannes nichtvollenden, wie es in der Anklage vor den frommen Kirchenväternzu Conftanz entworfen ist. Es ging sogar das Gerücht, er habeseinen Vorfahren auf dem heiligen Stuhl durch Gift aus demWege geräumt.

Als er mit Pomp und Geräusch zur Kirchenversammlung reiseteund Konstanz erblickte, regte sich in ihm leichte Gewissensangst."Ich sehe wohl, hier steht eine Fuchsfalle!" sagte er zu seinen Be-gleitern. Er hatte es errathen. Die heilige Versammlung wollt'ihn zur Niederlegung seiner entweihten Würde nöthigen. Er aberentwischte aus der Stadt in gemeiner Reitertracht, während ebenein prachtvolles Turnier gehalten wurde. Auf einem Fischerboot, dasbereit lag, schwamm der päpstliche Abentheurer den See und denRhein abwärts nach Schasshausen; von da nach Laufenburg undFreiburg im Breisgau. Hier eingefangen, ward er nach Constanzgeführt und der päpstlichen Hoheit entkleidet, in das Schloß Gott-lieben gesperrt.

Etwa vierzig Jahre später schleppte der Fanatismus den edlenFelix Hem merlin von Zürich dahin (Februar 1454). Diesertugendhaste Gelehrte hatte sich keines Verbrechens schuldig gemacht.Aber in zorniger Verzweiflung über die endlosen Entzweiungen, Bür-gerkriege und Laster der Zeitgenossen glaubte er an kein Heil derSchweiz mehr, als in der Ausrottung Aller. Empört über dieSittenlosigkeit der damaligen Geistlichen, entlarvte er deren Heuche-lei und ergoß sich sein bittrer Witz über die Unzucht der Nonnenund Mönche. Darum mußte er vier Monden lang im Thurm vonGottlieben, neben einem aussätzigen Mörder, in Ketten liegen.Darum ward er seiner Stellen und Würden beraubt. Die Bei-schläferinnen des Bischofs von Konstanz konnten ihm nicht ver-zeihen; und er, der lebenslang die Wahrheit gelehrt, für siesoviel erlitten hatte, selbst schon einmal auf offener Landstraßevon gednngnen Meuchelmördern verwundet worden war, konntenicht widerrufen. Darum ward er, von Gottlieben aus, seinenheftigsten Feinden, den Barfüßern in Luzern, zur härtesten Be-handlung übergeben. Und sie erfüllten das Werk der Rache undQual, als furchtbare Meister in dieser Kunst.

Schön sind die Tage bei Morgarten, bei Laupen, bei Sem-pach, bei Murten," sagt Johannes Müller, wenn er vom MeisterFelix Hemmerlin redet:Viele sind in schweizerischen Jahrbüchernder schönen Tage in Frieden und Krieg: aber, das wisse die