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zusammen; und unter Dem Flammengewölbe stimmte er von neuemeinen Lobgesaug an.
Aus der Asche dieser Märtyrer erwuchs der vielzweigige Stammder großen Kirchenreform des sechzehnten Jahrhunderts, wie einstaus dem Senfkorn des Evangeliums die Verklärung des mensch-lichen Geschlechts in folgenden Jahrtausenden; oder aus dem Blutedes verfolgten Christenthums, dessen Weltherrschaft. Aber alle Zeit-alter haben ihre Pharaonen gehabt, welche gegen das Göttlichedurch materielle Mittel zu siegen wähnten, und aufstrebenden Mei-nungen und Ueberzeugungen mit Kerker und Kette, Schwert undFlamme begegneten. Sie beschleunigten die Ueberschwemmungeneines Stromes, dessen Gewalt sie nicht erkannt hatten, und dessenLauf sie mit Dämmen zurücksperren wollten.
Pabst Johann XXI11., welcher den Bekenner Huß in dieKerker Gottlicbens hatte führen lassen, befand sich bald (3. Juni1415) selbst, als Gefangner der Kirchenversammlung, mit ihmunter gleichem Dache.
Ein neapolitanischer Edelmann, Namens Balthasar Cossa,verschmizt und verwegen, gewaltthätig und grausam, hatte langeZeit auf den Meeren das Gewerbe eines Corsaren getrieben. Deswechselnden und gefährlichen Looses der Seeräuberei müde, oder demRächerarm der Justiz zu entkommen, steh er in ein Kloster. Dasah er in der Kirche bequemern Weg zu Reichthum, Gewalt undRuhm. Des Seeräubers gewissenloses Talent, in den Glanz schein-heiliger Tugend verschleiert, wußte bald die Stufenleiter der Hier-archie zu ersteigen. Ein Manu, wie dieser, war dem römischenHofe jener Tage brauchbar. Cossa ward mit dem Purpur derKardinäle bekleidet, und als Legat des heiligen Stuhls nach Bo-logna versetzt. Gemächlicher und sichrer, denn ehemals auf demKorsarenschiff, füllte er da seine Kisten mit Gold, welches er, imrechten Augenblick, wieder zu verschwenden und zu spenden ver-stand, als Alerand er V., der Oberhirt der europäischen Chri-stenheit gestorben war. Er gewann, als Nachfolger desselben, diedreifache Krone, und nannte sich Pabst Johann XXlll.
Aber der heilige Vater verläugnete auch auf dem Throne denCharakter des Corsaren nicht. Er bereicherte seine Schatzkammermit Gelderpregungen, und trieb öffentlichen Handel mit Prälaturen,Bischöfsmützen, Reliquien und Sacramenten. Am Altar glich ereinem rohen Cavalier; nur an der schwelgerischen Tafel einem gaum-seeligen Mönch. Er vergeudete die Kirchengüter für seine Wollüste.Weder Unschuld der Jungfraun, noch Keuschheit der Gattinnen