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in das Elend des Lebens; Johann Huß und Hieronymus vonPrag zum Scheiterhaufen und Felix Hemm erlin, der gelehr-teste, vielleicht edelsinnigste Mann des Schweizerlandes seiner Zeit,ward hier das Opfer seines Tugendmuthes.
Wem wäre unbekannt, daß Huß, gesichert durch einen kaiser-lichen Geleitsbrief und durch Verheißung päpstlichen Schutzes,aus Böhmen nach Constanz reisete, um vor der allergrößten undglänzendsten Kirchenversammlung, welche je in der abendländischenChristenheit gesehn worden war, seine Lehre zu vertheidigen?Wem wäre unbekannt, daß weder Pabst Johann XX!!!., nochKaiser Siegmund dem armen Professor der Theologie Treu undGlauben hielten? — Er ward in die felsenfesten Kerker von Gott-lieben geschleppt. Aber felsenfest blieb auch hier sein Glaube undMuth. Und dieser wich von ihm nicht, als er (6. Juli 1415)vor dem Kaiser und der ganzen Kirchenversammlung das Todes-urtheil hören mußte; als er, die papierne, mit vier Teufeln be-malte Mütze auf dem Kopf, vom Kurfürsten von der Pfalz demweltlichen Gericht überantwortet wurde, und er, unter Bedeckungvon 800 Mann, erst vor den bischöflichen Pallast geführt wurde,um die Verbrennung seiner Schriften durch Henkershand anzusehn;dann von da zum Scheiterhaufen.
Nur sein treuer Freund Hieronymus von Prag hatte nochgehofft, ihn durch Flucht aus der Gewalt einer blutdürstigenPriesterschaft zu retten; hatte sich verkleidet in die Stadt geschlichen;aber zu spät. Er erfuhr, wie streng der Märtyrer der Wahrheit imKerker von Gottlieben bewacht sey; hörte sogar, daß seine eigneAnkunft in Constanz verrathen sey. Er floh in Eil davon, ohnein die Herbergs zurückzukehren, wo er Degen und Neisebündelzurückließ. Aber er ward eingefangen, in Fesseln nach Constanz ge-bracht; von da, wie Huß, ins Burgverließ von Gottlieben,dann, wie Huß, zum Scheiterhaufen. Er setzte sich selber die Pa-piermütze mit Teufeln aufs Haupt, nachdem er seinen Hut unterden Haufen der umherstehenden Bischöfe und Prälaten geschleuderthatte. Er ging den Todesgang (30. Mai 1416) voller Heiterkeit,und sang mit lauter Stimme den Triumpfgesang seines Glaubens.Er warf sich auf die heilige Stätte betend nieder, wo, elf Mo-nate vor ihm, sein Freund den Heldengeist aufgegeben hatte.Dann, als der Holzstoß um ihn aufgethürmt stand, und die Hen-kersknechte hinter ihm anzündeten, rief er: „Hier vorn zündetan, vor meinen Augen! Hätt' ich das Feuer gefürchtet, ich ständenicht auf diesem Platz!" — Da schlugen die Flammen über ihn