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eigene und Bevorrechtete; Erbadel und Priesterthum; despotischeGöttersohne oder die Gottheit selber auf dem Thron, von Altar-dienern umgeben. Im Wesen der Majestät wohnt ihm Ueberna-türliches; die Religion wird entweder schwärmerische Andacht undWundersucht, oder trockene Werkheiligkeit. Es fordert der Barbardem Frieden prunkvolle Feste, glänzende Spiele, alle Wollüstedes Lebens ab; dem Kriege hinwieder Riesenthaten nud Aben-thener. Er vergöttert die Geliebte, kämpft und stirbt für denRuhm ihrer Schönheit, und verwandelt sie in der Ehe zur Skla-vin seiner hausherrlichen Hoheit.

Unter dem Walten der Fantaste und ihres Zaubers geht diekindliche Angenlnst am bunten Glanz und rohem Pomp, am Wun-derhaften und Gigantischen, allgemach zum edlern Geschmack über.Kein Lebensalter der Nationen ist der Entfaltung des Kunstsinnsgewogner, als das ihrer Barbarei. Tanz, Malerei, Baukunst,Bildnerei, Dichtung und Mustk treten der Vollendung entgegen.Da steigt das Alterthum in Verklärung aus den Nebeln der Sa-gen; von dorther strahlt die goldne Zeit mit ihren Paradiesen,wo die Götter noch menschlich schwach, die Menschen göttlich großauf Erden wandelten. Die Helden der Halbwilden sind demBarbaren Heroen und Giganten geworden; und, mit abergläubi-ger Ehrfurcht, zollt er ihren Enkeln noch Huldigungen, als wärevom Geblüt der Unsterblichen, Gottartiges in ihren Adern vererbt.

Aber es kommen die Jahre, da jene Unbändigkeit des Gefühlsund der Einbildungskraft dem überlegener gewordenen Verständeweicht, das Brausen des Jünglings Bedachtsamkeit des Manneswird und der Barbar zum Halbbarbaren heranreift.

Auf dieser höhcrn Staffel der Menschheit seh' ich große Na-tionen, umsichtiger und klüger daftehn; aber nicht edler, nichtweiser. Ehre, Gewalt und Gold sind noch die Hebel aller Unter-nehmung; Vernunftgesetz, Tugend und Religion werden Diene-rinnen des schlau berechnenden Verstandes. Materielle Interessenragen hoch über die Zutreffen des Geistes hinaus. Während dieKunst des Schönen welkt, treten Prachtstädte, Handelsstraßen,Flotten, stehende Kriegsheere, Hochschulen in Fülle hervor. Manbeflügelt die Schiffe mit Dampf, und fliegt, von Gaswolken ge-tragen, über das Reich des Adlers hinaus.

Der Halbbarbar giebt seiner Barbarei nur gefälligere Formen,und sezt an die Stelle schwärmerischer Fantasie den Kalkül derSelbstsucht, welche sich aber in Farben der Vaterlandsliebe,Menschenliebe und Gottesliebe kleidet. Schulen und Kirchen,