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wegsamen Steppen und Urwälder; es verleiht ihm Macht, Er-fahrungen und Schicksale der Alten, in Sagen und Sängen fort-zupflanzen. Der Greis lehrt; der Starke gebietet; der Schwachegehorcht; das Weib ist Magd; der Besiegte Sklav. Im Hochge-fühl roher Kraft wird dem Halbwilden Unerschrockenheit in Gefahr,Ausdauer in Noth, trotzige Verachtung des Schmerzes und desTodes, die höchste Tugend. Dem Ungestüm seiner Begierde opferter gleichgültig das Leben. Ebenso gleichgültig bringt er Menschen-opfer und schmückt er die hinfällige Hütte mit Schädeln der Er-schlagnen. Auch Schönheitssinn erwacht. Das Weib erhöht seinenReiz mit kindischem Zierrath; der Mann tattowirt sich. DerSchrecklichste ist dem schwächern Geschlecht der Liebenswürdigste.Der Held herrscht oder der Stammvater der Familie; die Krieger-gemeinde gibt das Gesetz. Wie heut noch Eskimo's än der Eis-zone, Guarani's, Mbaya's und andere Horden in TropenländernAmerika's, standen einst die Griechen der Urzeit, die Germanendes Tacitus, die Galen Ossians.

Nur vor Einem erbebt der Trotz des Halbwilden; vor dem,den seine Faust nicht zwingen, sein Pfeil nicht erreichen kann.Es ist die unsichtbare Gewalt im Donner der Wolke, im Sturm,der den Wald bricht; die Gewalt, welche Sonnen und Monderuft und verfinstert. Er ahnet einen großen Geist, er ahnetGottheiten; er hört in Träumen ihre Stimme, sieht in Wundernund Zeichen ihren Wink.

Erfahrungen steigern die Urtheilskrast. Losgerissen endlich vonder Vormundschaft der Instinkte, vertraut sich das jugendlicheGeschlecht der Sterblichen seiner Selbstmacht. Es verläßt dieMutterhand der Natur und verliert sich mit irren Schritten inein Labyrinth reizender Täuschungen. Der Knabe ist zum lebens-trunknen Jüngling geworden; der Halbwilde zum Barbaren.Er betritt eine höhere Stufe der Himmelsleiter. Die Keime vonStaat, Kunst und Religion, im Leben der Halbwilden schwächlichaufgesprossen, gewinnen unter barbarischen Völkern festere Formen.Aber die Einbildungskraft überwuchert noch den halbentwickeltenVerstand und mehr noch die Vernunft. Maaslos in Liebe undHaß und in allen Begierden, schweift der Barbar, gereizt vonihnen, vom Aeußersten zum Aeußersten. Er kennt keine Mittel-bahn. Nur Außerordentliches, Riesenhaftes, Uebermenschliches istseiner Bewunderung werth. Da paaren sich Rohheit und Zartge-fühl. Grausamkeit und Edelmuth, Freiheitsstolz und Knechtsgeist,eppigkeit und Weiten.tsagung. Der Barbarenstaat hat nur Leib-

Nns-l.