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Schauspielhäuser und Rednerbühnen ertönen von Tugenden; aberman verlacht im Stillen den, der ihnen Rang, Vermögen undLebensfreuden hinopfert, ohne stattlichen Ersatz. Ein Mensch istzwar nicht mehr Leibeigener des andern, aber des Staates. Erwird mit dem Boden seines Landstrichs verkauft, vertauscht undvererbt. Der Staat selbst ist kunstreich gebaut, aber ohne Einfalt;ein widc spruchvolles Flickwerk von Ueberbleibseln roher Vorzeitmit vernunftgemäßern Stiftungen; ein ritterthümlicher Burgstallmit modernen Anhängseln, worin Glauben, Aberglauben und Un-glauben beisammenhausen.
Ich blicke zur höchsten Gesittnngsstufe der Menschheit empor.Wie stehen doch so wenig droben! Sie winken den Tieferstehenden;ihr Ruf wird nicht verstanden; deßwegen verhönt. In ihrer Höhegilt der Mensch nach innerm Werth und dem, was er ist, nicht waser hat. Da führt ihn die Alleinherrschaft der heiligen Vernunftwieder zur Heiligkeit der längst von ihm verlassenen Natur zurück.Wohl seh' ich noch Reichthum und Armuth, aber keinen Pöbel mehr,weder in Seiden- noch Zwilchgewand. Ich sehe noch Schwache undStarke, aber das Gesetz und das sittliche Gefühl über Alle. Selbstdas Weib ist in der bürgerlichen Gesellschaft Genossin höhern Rechtsgeworden. Ich sehe noch Sünder und Strafen; aber die Strafeist nicht mehr Rache oder allein Sicherheitsmaasregel für andre,ondern Besserungsmittel des Irrenden. Ich sehe
Ach, meine Himmelsleiter und alle Gesichte verschwanden plötz-lich. Der Kapuziner läutete die Glocke des Wildkirchleins, murmelteein Ave Maria und bot mir nebenbei, aus der buchvbaumenenDose, eine Prise.