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das Bessere von dem es keinen Begriff hat, und freut sich derBefriedigung seiner niedrigern Bedürfnisse nicht wengier, als eincivilislrteres Volk, der Befriedigung seiner höhern. Die Appen-zeller sind durch ihre heitre Laune und ihre drolligen Einfälle inder ganzen Schweiz bekannt; und vor allen die „Jnnerrhödler."Man wiederholt sich gern ihre witzigen, spitzigen Erwiederungenbei verschiedenen Gelegenheiten, und es wird nicht ganz außerOrt seyn, wenn ich hier zur Unterhaltung einige mittheile.
„Fort mit dir, und komm' mir nicht wieder vor's Hans!" riefeinft ein reicher Herr dem Bettler durchs Fenster zu, der eben an-geläutet hatte. „Nichts für ungut" versetzte der Bettler: „ichwollte grade bei Euch Abschied nehmen."
Bei einer Inspektion der Milizen bemerkte der eidgenössischeOberst, daß die Kragen der Uniform ungleich zu seyn schienen.„Das kömmt nur daher", sagte Einer, „weil nicht alle Soldatenordonanzmäßige Hälse haben."
Ein Landammann, der von einer erhaltenen Sendung Stock-fische dem Gemeindsvorsteher zum Kauf angeboten hatte, und zurAntwort erhielt: „Stockfische lieb ich überall nicht!" erwiedertediesem: „das find ich nicht gut, w'enn Brüder einander nicht liebhaben." — „Doch besser," versetzte der Ortsbeamte: „als wennsie einander fressen."
Freilich der Landamman ist die höchste Magistratsperson imStaat; aber im Privatleben allen Bürgern des Landes gleich. Ermuß sich daher wohl gefallen lassen, wenn er vom geringsten Bauerdieselbe Behandlung empfängt, die er diesem wiederfahren läßt.In der Demokratie wird das Amtsvorrecht nicht, wie in monarchi-schen oder aristokratischen Staaten zu einer Art persönlichenRangs und Vorrechts verwandelt; hinwieder dennoch der obrigkeit-lichen Würde, und trüge sie auch der gemeinste Bürger, Ehrfurchtgezollt. Als die Gesandten Alexanders des Großen zu dem nochgrößeren Phocion kamen, fanden sie ihn mit Wassertragen, seineGemahlin mit Backen beschäftigt. Solche Ueberraschungen sind inden schweizerischen Demokratien gar nichts Seltenes, wenn auchdie Phocionen fehlen.
Der Landamman Gebhard Zürcher von Außerrhoden, warLandbauer und Zimmermann. Wenn er Morgens in amtlichenSitzungen des Rathes oder in Kommissionen die Verhandlungenmit Einsicht geleitet hatte, sah man ihn Nachmittags hinter demPflug oder mit der Axt in seiner Werkstätte. So fand ihn einstein Patrizier aus einer der schweizerischen Hauptstädte, der sich