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wegen erheblichen Angelegenheiten an die Regierung von Appen«zell wenden mußte. Der Landammann führte ihn in sein Wohn-zimmer, um ihn anzuhören. Der Patrizier, vor dem Mann imSchurzfell wenig Achtung fühlend, setzte den Hut wieder auf, undmit der Reitgerte in der Hand spielend, trug er ihm sein Geschäftvor. Als er vollendet zu haben glaubte, und in einer vornehmen,fast herablassenden Stellung das Urtheil des Landammanns erwar-tete, fragte dieser:Mit wem wollt ihr denn eigentlich reden?Mit dem Bauer Gebhard Zürcher, oder mit dem Landammannvon Appenzell?»Natürlich mit dem Landammann!" antworteteder Patrizier.So nehmt den Filz ab,» sagte der Landammannmit edlem Ernst:vergeßt keinen Augenblick vor wem ihr steht;und traget mir Eure Sache vor, von der der Landammann nichtsgehört hat, weil Ihr sie nur Eures Gleichen, dem Bauer, erzählthabt.» Der betroffene Patrizier gehorchte mit Ehrerbietungund stammelte erröthend seine Entschuldigungen.

Eben dieser Landammann Zürcher saß an einem schönen Som-merabend mit Freunden vor dem Hause, als sich ihm zwei Weibernahten, die mit einander in vollem Zank begriffen waren. Jededer Wüthenden brachte ihre Klage an, reichlich mit schändlichenVorwürfen gegen die andere gespickt. Der Landammann, welchersie beide genugsam kannte, hörte ihr Toben eine gute Weile ge-lassen an. Endlich gebot er Stillschweigen, und sagte ganz trocken:»Hier ist nicht schwer zu entscheiden; gebt Euch zufrieden und gehtruhig heim, denn ihr habt beide gegen einander völlig recht!»Die Anwesenden brachen in lautes Gelächter aus, und die Zänke-rinnen machten sich beschämt davon.

Ein Appenzeller, welcher drei Weiber gehabt hatte, wurdeeinst befragt, welche von ihnen die Beste gewesen sey? Erantwortete:Beiß in drei hübsche Holzäpfel, und sage mir, welchervon ihnen der Süßeste gewesen sey.»

Wie lange tragt Ihr Euer« Schnurrbart schon?» fragte maneinen alten Jnnerrhödler.Langer als ihr denken könnet!» ver-setzte dieser.Ihr habt ihn doch wohl nicht mit auf die Welt ge-bracht ?»Ei nun, doch den Platz dazu.»

Viele in den Thälern von Appenzell ehemals üblichen, oft rohenVolksspiele haben sich nach und nach verloren, andere sind wegenilwer Gefährlichkeit, und weil sie selten ohne Unglück abliefen, ver-boten worden; Andere hatten sie mit andern Gegenden der Schweizgemein, wo sie noch itzt gelten. Gewöhnlich bestehen sie in Uebun-gen körperlicher Gewandtheit und Kraft. Sodas Eierlesen um