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Andere Umgebungen treten uns im katholischen In nerr Hodenmtgegeu. Der Glanz äußerer Ordnung und Sauberkeit verliertsich. Das Volk, wohl reich an heiterm Mutterwiz, ist bildungs-los und unwissend; phne Sinn für bessere Schuleinrichtungen undgemeinnützige Anstalten; der Leitung seiner altfrommen Geistlich-keit hingegeben, die, meistens selber ohne wissenschaftliche Bildung,keine Kenntnisse verbreiten kann, und dagegen Kirchendienst, Pro-zessionen und Kreuzfahrten über alles Andre erhebt. Man siehtes den »»zierlichen Dörfern, den ärmlichen Hütten mit ihren fin-stern, unreinlichen Gemächern au, wie im Allgemeinen die Ein-wohner dürftig bemittelt sind. Nur in wenigen Familien ist Reich-thum; und ihnen gilt nur das Jntresse der Familie, welches allesAndre überwiegt. Die Mehrern des Volks aber leben nach derWeise, wie vor Jahrhunderten ihre Väter und in deren Glaubenund Aberglauben. Ihr geringes Hausgeräth verfertigen sie zumTheil selbst; ihr Feld, ihre Heerde giebt ihnen die nöthige Speise.In manchen Haushaltungen wird für Außerrhoden, dem viel desverschuldeten Bodens zinsbar ist, vom weiblichen Geschlecht Stik-kerei getrieben oder gesponnen. Man beneidet aber die Wohl-habenheit der reformirten Nachbarn nicht, weil man die täglicheAnstrengung scheut, mit der sie erworben werden muß. Hirten»leben neigt sich gern zum Müssiggehn. Straßenbetttelei ist unge-hemmte Plage der Einheimischen und der reisenden Fremden. Manzählt auf 10 bis 1t,000 Einwohner gegen 400 Bettler von Pro-fession; die Zahl der sogenannten schamhaften Armen, welchen ausStiftungen und Armengütern Unterstützung gereicht werden muß,ist unbekannt; wohl wenigstens eben so groß.

Man mag das Hirtenleben der bildungslosen Aelpler, ihre hoheGenügsamkeit, ihre Sitteneinfalt, ihre patriarchalische, kunstloseStaatseinrichtung recht anziehend, sogar recht poetisch finden.Schwerlich aber werden die begeisterten Lobredner dieser Zuständedas Glück derselben gegen den Genuß eintauschen wollen, welchenihnen das Leben im geregelten, gesittungsreichern Staat darbietet.Nichts romantischer, als Ruinen, baufällige Hütten, hölzerneStege über Abgründen u. s. w. in Schilderungen und Gemälden lDoch in der Wirklichkeit zieht man den zerfallenen Gemäuern einbequemes, zweckmäßig eingerichtetes Haus vor, wie prosaisch esauch in Abbildungen dastehen mag.

Es ist indessen damit nicht gesagt, daß solch ein dürftiges, nochauf tiefern Stufen der Gesittung stehendes Völkchen nicht froh,nicht glücklich m seiner Art seyn könne. Es entbehrt ohne Schmerz