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Dieß Dorf, nah dem Gebirg, in üppigen Wiesen zwischenFruchtbäumen gelagert, schon durch eine der alten siegreichen Frei-heitsschlachten der Schweizer (im I. 1388) berühmt, ward nocheinmahl Zeuge eines der furchtbarsten Kämpfe. Suwarow schienauf dieser Stätte Sieg oder Untergang seines Heers beschlossenzu haben. Die Franzosen aber, in noch oortheilhafterer Stellung,leisteten den verzweiflungsvollsten Widerstand, gereizt durch die ver-wegnen Beispiele der Tapferkeit, welche die dritte schweizerischeHalbbrigade auf dem Boden gab, der sie an das Heldcnwerkihrer Altvordern mahnte.
Der russische Feldherr, wie er mit wildem Schmerz die Un-möglichkeit erkannte, diese Hcerhaufen, diese Ströme, diese Eng-pässe zu überwältigen, sah sich gezwungen, noch das allerlezteRettungsmittel zu wählen. Er mußte sein müdes, geschwächtesHeer noch einmahl über die höchsten Bergkämmc der Alpen führen,um im Bündncrland endlich Sicherheit wieder und Ruhe zu ge-winnen. Er brach also auf (5. October), und zog, dnrch Schwa n-den, ins rauhe Sernftthal; hinter ihm auf seinen Fersen folgteder Feind.
Am linken Ufer des Sernftstroms aber, hoch über demselben,an abschüssigen Berghalden, schlängelte sich ein elender Pfad durchdie Gebirgsschlucht aufwärts, vielmals kaum breit genug, zweiMann neben einander zu fassen. Diesen betrat eine Armee, derenNachhut, neben allen Mühseligkeiten, noch unaufhörlich von denFranzosen zum Gefecht genöthigt ward. Wilde, brückenlose Gics-bäche mußten durchwatet, Schuttberge überklettert werden. Gstnach drei Stunden langem Steigen, im tiefsten Hintergrunde desThals, bei den Dörfern Matt und Elm, wird endlich der Bodenetwas ebner.
Aber erst da erscheinen, hoch über grünen Alpcntriften, diestarren, grauen, von Wolken des Himmels umflatterten Granz-felsen, welche Glarus von Graubünden scheiden. Sie dehnen sichmit ihren Gipfeln, Zacken und Zinken, mit ihren todten Schnce-gefilden, Gletschern und Firnen, in einem schauerlichen Halbkreisaus, dessen erhabne Ränder unüberfteiglich scheinen. Links diegewaltige, finstre Pyramide des Fallzubers; rechts der ver--gletscherte Tschingel. Zwischen beiden, aus dem ewigen So,neeemporsteigend, eine sehr lange und hohe^ Felswand, gleich eil erungeheuren Ringmauer, hinter welcher wieder, aneinander gereiht,in bizarren Gestaltungen, neun Bergspitzcn auftauchen, von denAelplern scherzweise die „Jungfrauen" geheißen. In eben jener