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bereiten und senkrechten Felsmauer zeigt sich links das wunderbareMartinsloch, welches, wie durch die Bergwand kreisförmigausgeschnitten, hinterwärts wieder den blauen Himmel und zwei-mal alljährlich (am 3., 4. und 5. März, wie am 14. und 15. Sep-tember) die Sonne erblicken laßt, deren Strahlen dann zuerst denKirchenthurm des Dorfes Elm beleuchten. Wagehalse unter denGemsjägern erstiegen schon die runde Oeffnung. Einer derselbensagte mir: sie sey geräumig genug für ein Bauerhaus, der Kreishabe einen Durchmesser von 30 — 40 Fuß.
Nachdem Suwarows Heer über die schöne Wichlen-Alp schwei-gend hinausgeschritten war, stieg es schwer und langsam den weitenSchlund des Wallenbodens aufwärts zweimahl über einen senk-rechten Felsenabsaz im Hintergrunde, zum Rinkenkopf. DasBrausen der Wasserfälle links und rechts von jähen Berghohen, undFlintendonner der nachkletternden Franzosen begleiteten den Zug.Menschen und Vieh fuhren von Zeit zu Zeit von dem schlüpfrigenSchiefer- und Kalkschutt oder von den unsichern Schneeplätzen zer-schmetternd in die entsezlichen Tiefen. Noch liegen droben die Men-schengebeine umher, von der Sonne längst weißgebleicht.
Aber der lezte, der beschwerlichste und gefährlichste Theil desWegS erwartete noch die Tausende der Wanderer da, wo sich dienakten, schroffen Kalk- und Schieferberge des Jetz erschlunde szusammen ziehn, und die sogenannte „Gurgel" bilden. Hier zieht,eingeklemmt zwischen Felsen, ein stundenlanges Schneefeld bis zumGrath des Panirerbergs steil hinauf. Mancher Unglücklicheathmete, emporklimmend, völlig erschöpft und ohnmächtig, daSelende Leben aus. Als endlich der Felsramm des Gebirgs errungenwar, 7 — 8000 Fuß hoch über dem Meer, neben den Gletscherndes Hausstocks, und die Armee, nun verworren, wie aufgelöst,die steilen Berghänge über Steintrümmern niedereilte gegen dieAraschka-Alp, begann mit wachsenden Mühseligkeiten neueNoth. Denn hinter sich, auf der Höhe, sah man den verfolgendenFeind; vor sich in der Erde eine lange Spaltung des Felsenbodens,von ungemeiner Tiefe. Im Abgrund der Kluft wälzt ein Gletscher-bach seine schäumenden Fluten» Die Vündner des romanischen Ober-landes nennen dergleichen eng zwischen tiefen Felsen eingesperrtenGießbäche „Multärs" oder „Vuolas." Nur eine einzige schmaleSteinplatte über dem Abgrund dient zur Brücke. Wer hinüberwar, sah sich vor der Verfolgung von Molitors Kriegern geborgen.Die finstre Schlucht des VodenS, kaum acht Fuß breit, schienleicht im Lauf zu überspringen. Tausende wagten verzweifiungsvoll