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1 (1836)
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über das Meer geht. Zwischen diesen beiden strahlen die nievon Sterblichen durchwandelten Eisgefilde der Platalva aus.An den Selbstsanft lehnt sich aber der Bifirten stock, den dieweiten Gletschermassen des Urlaum vom höchsten aller Glarner-berge, dem Tödi, scheiden. Die Eiskrone von diesem, 12,890Fuß über dem Meere, leuchtet noch am Strahl der untergegange-nen Sonne, wenn alle Nebenberge schon eine Stunde lang imdunkeln Schatten liegen. Zur Zeit der kürzesten Nächte aber kenntsie fast keine Nacht. Doch nur eins seiner Silberhörner streckt derkönigliche Tödi gegen das Linththal aus. Ihn verbirgt der wald-reiche Gemsistock, an den sich auch, ihn halb bedeckend, derK a m m crstock schmiegt.

Diese Verkettung der Gebirge, welche das Land Glarns vomKanton Bünden scheidet, ist nur von gewandten Verggängern imhohen Sommer, und anch dann nicht ohne Gefahren, überfteigbar.Aber den Pfad zu den mitersten Alpentrifften am Fuß des Tödi,neben der Pracht der Wasserfälle vom Schreienbach undFletsch bach vorbei, welcher den Klaridenalpen entströmt, undüber die Pantenbrücke, welche, mehr denn 1000 Fuß überdem Linththal erhaben, in finstrer Felsschlucht über einem andert-halbhundert Fuß tiefen Abgrund schwebt, diesen Pfad der Lustund des Grausens zu wandeln, scheut selbst der Fuß schüchternerSchönen nicht, wenn sie von den geselligen Unterhaltungen imBade sich hinwcgsehnen in die ernsten Einsamkeiten der Gebirgs-welt, und zu deren schauerlichen Größe, Herrlichkeit und Anmuth.

Jmmitten solcher erhabnen Natur, in diesem Bergwinkel, derden lieblichsten und aresa»-^'^?« aller Schweizerlandschaften gleich-zustellen ist, wohnt in zerureuren, oft elenden Hütten, ein freund-liches, gutmüthiges, aber bildungstoseö und zum Theil höchstarmes Volk. Es ist der dürftigste Theil vielleicht von der ge-stimmten Bevölkerung des Landes. Wie mag es anders seyn?Das kleine Thal ist von fast 2000 Menschen bewohnt, denen derenge Raum des Bodens schwerlich das Nothdürftigste zum Lebenfür sich und ihre Heerden geben kann. Nur hin und wieder siehtman ein kleines Gerstenfeld, oder ein Gartenplätzchen und einzelneObstbäume. Bald zerstören Lauinen, bald Bergwasser die müh-samen Pflanzungen wieder mit Geschieben und Felstrümmern; baldstürzt die furchtbare Macht der Linth die ausgeschichteten Dammeein. Mehrmals rissen die übergetretne Fluten Wohnungen undMenschen mit sich fort. Flüchtig ist der Sommer; lang der Winter.Erdbeben erschüttern öfters den Boden. Manche Familien nehmen