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wohl ihre Zuflucht zum leichten, aber unsicher« Verdienst, denArbeit für entfernte Fabriken darbietet. Doch zum Fabrikoerdienstgesellen sich gewöhnlich dann die mit demselben verbundnen Uebel :unhaushälterischer Leichtsinn, Scheu vor schwerer Handarbeit,Kinderrcichthum und Bettelei. Dies Unheil wird durch Unwissen-heit der Menschen, bei vernachlässigter Erziehung und Belehrungder Jugend, und durch mangelvolle Oertlichkeitsgesetze nur ge-nährt und vergrößert.

Doch Aussicht in eine bessere Zukunft wird izt durch die wohl-thätige Armenerziehungsanftalt in der Linthkolonie eröffnet,wo viele Kinder dieser Bedürftigen edlere Geistesbildung, nüzlicheKenntnisse, Gewöhnung zur Arbeit und Anleitung zum verstän-digen Acker- und Wiesenbau empfangen. Ich spreche hier vonjenem großen Werk, jenem wahrhast königlichen Denkmal, welchessich schweizerischer Gemeinsinn, auf Glarner Boden, in den unternLinthgegenden vor einigen Jahrzehnden gestiftet hat. Dort war ehe-mals in einer langen Reihe von Jahren der stundenweite, flacheThalboden zwischen dem Wallensee und Zürichsee, durch Wildheitdes Linthftroms, theils versumpft, theils mit Geschieben, Sand undFelsschutt überlagert, schon zur wirklichen Wüste geworden. Fieberund Seuchen vergifteten die ganze Gegend. Schon früher hatte ,imvorigen Jahrhundert, der Patriot Rudolf Meyer von Aarandaran gemahnt, diese Sümpfe trocken zu legen, und dem gefähr-lichen Gebirgsstrom eine kürzere und gradere Bahn in den Wallen-see zu verleihn, damit er den Schutt, welchen er mit sich ausden Gebirgen führt, darin ablegen könne. Konrad Escher vonZürich nahm dann im Anfang dieses Jahrhunderts Meyers Ge-danken wieder auf, und trat an die Spitze des großen Unterneh-mens, als im Jahr 1807, die Ausführung desselben beschlossenworden war. Freiwillige Beiträge flössen reichlich aus allen Kanto-nen zur Bestreitung der Kosten zusammen, die bis zum Jahr 1830die Summe von 1,040,000 Franken betrugen. Es wurden 14Kanäle gebaut, deren wichtigster, der Melliser Kanal, 19,000 Fuß,deren größter, der Hauptkanal, 57,000 Fuß lang ist.

So wurde die Athmosphäre von ihren verpestenden 'Dünstengesäubert; eine Masse von mehr denn 20,000 Jucharten Landesfür den Wiesen- und Ackerban erobert: und in der Mitte frucht-bar gewordnen Gefilde erhebt sich heut da die Linthkolonie, dieseArmenerziehungsanftalt für Glarus, nach dem Muster gebildet,welches der edelmüthige Fellenberg, in seinem Hofwyl, auf-gestellt hatte.