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1 (1836)
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Zm hintersten Winkel des Glarnischen Großthals, wo es sich»«vischen den zusammenrückenden Gebirgen ausspizt, und die ewigenFelsenmauern der höchsten Alpen und Gletschermassen jeden Auswegverrammeln; wo bei jedem Regenschauer eine Unzahl größerer undkleinerer Wasserfälle über die riesigen Bergwände herabflattert, oder,an Felsenriffen zerschellend, in bewegliche, krystallene Locken zerfällt,liegt immitten grüner Auen und waldiger Berghalden, das Dörs-lein Lintthal, an beiden Ufern des Stroms, dem das Thal unddies Dorf den Namen entlehnt hat. Wer dahin kömmt, glaubtsich in eine Wildniß verloren, die mehr Entsetzen, als Lust erzeu-gen könne. Im nahen, dunkeln Hintergrunde drängen sich Berge,einer den andern halb verdeckend, zusammen. Weite, bleiche Schnee-felder sind das Gewand ihrer Hüften; Gletscher und Firnen schim-mern um ihre Häupter über den Wolken. Ein ewiges Brausender Wasserfälle erfüllt die Luft; ihr Tosen verliert sich im erschüt-ternden, immerwährenden Donner des Linthstroms, dessen Wogenvon tausend Felsblöcken seines Bettes tausendfach zermalmt wer-den. Aber links der Linth, auf einer Anschwellung des Erd-bodens zu Füßen des Gebirgs, erhebt sich, wie von einer Fcenhanddahin gezaubert, ein freundlicher Pallast mit seinen Nebengebäuden;vorn mit einem geräumigen Blumengarten; hinterwärts mit Lust,gängen und Ruheplätzen unter breitschattigten Ahornen, und seit-wärts darüber mit einem Hügel, den ein Pavillon krönt.

Die Natur erscheint hier in ihrer schönen Schwermuth. Es istdie reizende Melancholie der Majestät. Wenn mau, vom Altan desBadegebäudes, über den Blumengarten und die Wiesen, und denSilberstreifen der schäumenden Linth, den Blick durch die Flurenund Hügel und Hütten des Linththals umherirren läßt; man wähntin einer idyllischen Phantasie zu athmen, die kein Geßner, keinGöthe, kein Voß so schön träumen konnte. Alles schwebt halbim Licht, halb im Schatten des nahen Gebirgs, immer in schwer-müthiger Beleuchtung und Bewegung. Der Klang der Heerden-glocken dringt melodisch durch den donnernden Gesang der Giesbäche,Wasserfälle und des Linthstroms empor.

Dem Altan gegenüber stürzt vom Freiberg der Durnagel-bach verwüsterisch herab; von ihm hinweg bilden rechts himmelan-strebende Berge ihren gigantischen Halbkreis; erst der große,alpenreiche Saßberg und der waldige Kirchenstock, zwischenderen Schultern der Mättliberg mit seinen Felsenzinken hervor-schaut; dann der Nütistock und der düstre, steile Selb sanftoder Greolium, dessen pyramidalisches Hvrn bei 9990 Fuß hoch