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1 (1836)
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beurkunden im Thalboden gewaltige Felsenblöcke, welche von denGipfeln des Gebirgs abgeschüttelt umherliegen, die Furchtbarkeitsolcher Naturerscheinungen, die mit den Verheerungen wetteisern,welche von Lauinen noch häufiger angerichtet werden.

Aber weder Erdbeben noch Lauinen erschrecken das Thalgeländeso sehr, als jene plözlichen Ueberschwemmungen, welche in denGebirgen durch Regengüsse, oder durch schnelles Aufthauen derdroben hochgethürmten Schneelager bereitet werden. Wandelt manvom Wallensee aufwärts bis zum Hintergrund des Hauptthals: sogewahrt man zu beiden Seiten des Linthftroms, der das gemein-same Rinnsal aller Landesgewässer ist, jenen falben, breiten Saumder Versandungen und Schuttablagerungen, welche durch Stärkeder Fluten von den Bergen abgewaschen wurden, um drunten dieSchöpfungen vieljähriger Menschenmühen in wenigen Stunden zuvereiteln; oder links und rechts aus den Bergschluchten hervor-rasende Gießbäche, vergebens von mächtigen Dämmen eingezäunt,daß sie nicht die wenigen Spannen fruchtbaren Bodens wegspülen,oder unter Sand und Steingerölle vergraben. Immerdar muß derGlarner, was er mit einer Hand baut, mit der andern kampf-bereit gegen die Unbändigkeit der Elemente vertheidigen.

Fast scheint es, als sei dies große Gebirg in seinem Innernvoll weiter Höhlen, die von zufließenden Wassern der Firnen undGletscher ausgefüllt sind. Durch alle Poren der Berge sprudelnQuellen. Aus allen Bergschlünden und Seitenthälern rauschenBäche, oder stürzen, schon in der Höhe, ungeduldig über Felswändein Abgründe; oder wühlen sich in die Klüfte der Felsen hinein, bissie verschwinden, aber, nach einer langen Strecke ihres unterirdi--schen Laufes, jählings wiederum hervorbrechen, stärker als sie vor-her gewesen waren. Manche solcher Quellen treten mit einer Fülleaus dem Schoos der Erde, daß sie auf der Stelle Bäche bilden,welche Mühlwerke treiben. Die Quelle des Hauptfleckens Glarusnährt nicht nur 50 70 Brunnen in den umherliegenden Gärtenund Gütern, sondern versorgt mit ihrem Wasser auch die öffent-lichen Brunnen des Ortes, so wie die besondern in Häusern derEinwohner. Fast ebenso zahlreich sind neben diesen nie versiegendenQuellen jene periodischen, die man »,Maibrunnen" nennt, welchenur fließen, während die Sonne des Frühlings und Sommers ihreMacht über die Gletscher übt, aber mit Beginn des Winters ver-gehen.

Mehrmals schon wurden die unteren Gegenden des Landesdurch plötzlichen Anlauf der Gebirgsstrome in einen weiten See