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lands in blauen Fernen sieht. Ostwärts schwellen die begrüntenHalden derFrohnalp und des schroffen Schiltberges zu mehrdenn 7000 Fuß absoluter Höhe an.
Wie hier, so überall im Lande, wächst, mit der Gewerbs-thätigkeit, die Bevölkerung und Benutzung des Bodens. In man-cher Ortschaft, wie z. B. in Schwanden, nahm die Menschen-zahl, während der lezten zwanzig Jahre, um zwei Fünftel zu. Woirgend die ungeheuren Gcbirgsmassen ein Pläzchen zum Anbauübrig lassen, nisten Menschen mit ihren Heerden, oder ihren Werk-stätten, an. Was Kunst der Sterblichen über die Gewalt derNatur vermag, davon zeugt Glarus. Vor zwei tausend, ja zumTheil noch vor tausend Jahrgn war dies Land wüste Wildniß, soöd und furchtbar, wie kaum irgend ein andres in der Schweiz.Zwar beim Ausgang des Grosthales, an den Ufern des Wallen-see's hatten die Römer schon ein Lager ihrer Cohorten aufgeschlagen,zur Bewachung der unzähmbaren Rhätier. Davon zeugen Dor5und bei Mollis zahlreich gefundne Römermünzen und die heutigenDörfernamcn von Terzen, Quarten, Quinten. Aber derhöher gelegne Theil des Landes lag öde und unbewohnbar, durchWuth der Waldströme, Bergstürze, Lauinen und Erdbeben zer-rissen. Der Boden des ganzen, zwölf Stunden langen, seltenmehr denn eine halbe Wegstunde breiten Hauptthals spricht dafür,von den Quellen des Linth unter den Eisgewölben des Tödi an,bis wo sich der Strom durch die von ihm angelegten Schuttfelderin den Wallensee wirft.
Erdbeben, von welchen alljährlich in der Schweiz empfundenwerden, sind noch heut in den Thälern von Glarus keine Selten-heit, doch minder häufig oder furchtbar, denn vorzeiten. Doch nochin den ersten drei Jahren des vorigen Jahrhunderts zählte mannach einander gegen vierzig größere oder schwächere Erderschütterun-gen. Solches, zuweilen mit dumpfem Tosen und Brausen in derLust begleitete, Zucken des Erdeugrundes scheint fast nur Nach-schlag entfernter, unterirdischer Gewitter zu seyn, die ihre Stößedurch das Gerippe unsers Weltkörpers durch unbekannte Tiefen,bis zu den Felscnwurzeln des Alpengffn'rgs, fortpflanzen. Meiften-theils bewegen sie sich von Westen nach Osten. Oft verschwindennach ihnen die Wassergucllen, da und hier; oft entspringen neueBrunnen, wo nie dergleichen vorbanden gewesen waren. Als am1. November 1756 Lissabon vom Erdbeben zerstört ward, wogteder Wallensee hoch auf; die Schiffe wurden ans Ufer geschmettert;d-e helle Badguelle von Nieder-Urnen floß trübe. Uebovall noch