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ihre Staatshäupter, Landammann, Landesstatthalter, Pannerherrn,Landesfähndrich, Seckelmeifter u. s. f. entscheiden über Gesetze,Auflagen und Verträge mit dem Auslande, in souveräner Vollge-walt. Ausserdem noch halten die reformirten und katholischen Ein-wohner (leztre bilden nur den siebenten oder achten Theil derBevölkerung) besondere Landsgemeinden. Aber hier herrscht dochhellerer, freierer Geist, als in den llrkantonen. Weder die Oli-garchie der reichern Geschlechter, noch die Hierarchie kann in diesLandsgemeinden-Wesen tief einwurzeln. Denn man will höhernWohlstand; dazu ist aber höhere Volksbildung unentbehrlich. Jähr-lich geschehen auf diese Art Fortschritte zum Bessern, selbst inStaatseinrichtungen, während in den übrigen Landsgemeinden-Cantonen (nur Appenzell Inner Nhoden ausgenommen und Grau-bünden) Stillstand, oder Ruckgang neben Familien- und Priester-herrschaft beklagt wird.
Man erblickt daher hier, was in den meisten Alpenrhälernfehlt: Regsamkeit für Verbesserung, für Erhebung des allgemeinenSchulunterrichts; zinstragende Ersparnißkassen; eine Brandversiche-rungsanstalt (worin die Schätzungssumme der Gebäude über vierMillionen Franken beträgt); medicinische, pädagogische und litera-rische Vereine; gesellschaftliche Bibliotheken und Naturaliensamm-lungen, Lesezirkel u. s. w. und zwar nicht blos am Hauptort desLandes, sondern in mehreren Ortschaften.
Viele Dörfer haben durch Größe und Zierlichkeit schon ein An-sehen stattlicher Marktstecken, wie Ennenda, Schwanden,Wallis. Der Hanptort Glarus, mit mehr denn 400 Ge-bäuden und 4090 Einwohnern, erhebt sich stadtähnlich. Ihn schmücktdie Betriebsamkeit seiner Bürger mit allen Kennzeichen eines be-scheidenen Wohlstandes. Er hat sein Cassino, seine höhere Schul-anstalt. Das Gebäude der leztern verschönert den Landgemeinden-platz , als Denkmal bürgerlichen Gemeinsinns. Es ist durchPrivatbeiträge entstanden, die in den ersten Paar Tagen desSammelns schon 30 — 40,000 Gulden betrugen. Jetzt empfangenda täglich bei 700 Kinder Unterricht, selbst in den für das bürger-liche Leben nöthigen höhern Wissenschaften.
Im Kreise seiner himmeltragenden Alpenhöhen und Eisberge,ruht der Hauptflecken in seinen Wiesen und Gärten, wie in einemBlumenbette. Westwärts steigt der riesige Gebirgsftock der Glär-nisch im ewigen Schnee empor, von dessen Gipfeln der kühneJäger der Gemsen (8 — 9000 Fuß über dem Meere) die halbeSchweiz unter seinen Füßen, einen Theil Frankreichs und Deutsch-
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