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über irdische Obrigkeit. Jedes Lebensgeschäft, jede Tageszeit, jedeStelle des Landes muß an die Verehrung des göttlichen Landes-herrn mahnen; das Gotteshaus an Größe und Pracht über Palläfteund Hütten hervorragen.
So sonst, so heut. Noch werden sogar in den wüsten EinödenAfrika's von kühnen Reisenden die Ueberbleibsel von mehr dennhundert Tempelgebäuden des alten Mero ö bewundert, Pyramidenund Götterdenkmale aus Weltaltern, von denen die Geschichte nichtskennt. — Salomons Tempel gehörte zu den Weltwundern. Wemist der israelitische Jehovadienst unbekannt, wie er durch Festtage,Festwochen, Jubeljahre, Waschungen, Gebete, Opserungen u. s. w.mit Geschäften des täglichen Lebens verflochten war? — Die Thälerdes thibetischen Priesterreichs sind bis hoch an den Bergen mitWallfahrtsörtern, Klöstern und Klausnerhütten übersät. Fasten undKasteiungen wechseln mit lustigen Feiertagen, häusliche mit gottes-dienstlichen Verrichtungen in ununterbrochener Folge täglich ab. —Man sieht in den Ebnen und Gebirgen Japans überall, an Land-straßen, Hänsern und Ställen, selbst am geringsten Hausgcräthein Sinnzeichen, das an die unsichtbaren Gewalten erinnern soll.—So offenbart sich die Theokratie!
Und schwer ists, daß sich ein Volk von einer solchen Auflösungseines ganzen Lebens in kirchlichem Dienst losringe; von diesemZauber frei mache, womit priesterliche Hoheit in das Innerste desStaats- und Hauswesens dringt; sich mit den wichtigsten Ereignis-sen der Familie und des Menschen, von seiner Geburtsstunde, odervon der Vermählung, bis zu seinem Begräbniß, verschlingt. Werwundert sich, daß unwissende Bergvölker sammt ihren Vorstehern,in Verwechslung des Religiösen mit dem Kirchlichen, und der Gott-heit mit den Priestern derselben, arglos und gleichgültig eine aufvielen Schlachtfeldern blutig erkaufte Freiheit dem Interesse derHierarchie preisgeben?